ZDRK-Strategie und die Zukunft der organisierten Rassekaninchenzucht

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  • Hallo.


    Info des Fach-Standardkommission


    Ich finde, Kai geht sehr liebevoll mit dieser Kommission um.
    Im Jahre 2004 hieß sie noch ganz einfach Standard-Kommission. Was ist in den vergangenen Jahren fachlicher daran geworden?


    Das von Kai genannte Arbeitspapier dieser Fachkommission geistert (nun) in verschieden Varianten im Netz. Garantiert auch an Stellen, die nicht irrtümlich von irgendwelchen Leutchen ahnungslos oder sogar ganz hinterhältig da reingesetzt werden konnten.


    Schon ganz seltsam, wenn man die offizielle Präsenz dieser Fachkommission auf der offiziellen HP des ZDRK sich mal anschaut. 2005 findet sich der letzte Eintrag; mit den damaligen zugelassen Neuzüchtungen. Offensive Informationspolitik sieht sicher anders aus. Warum findet sich überall im Netz auf möglichen und unmöglichen Stellen etwas an Schnipseln von Verlautbarungen oder Denkmodellen dieser Fach-Kommission, aber absolut nichts da, wo es eigentlich hingehört?


    Auch ich bin der Ansicht, daß dieser und allen anderen Instanzen eines Vereins/Verbandes genau auf die Finger geschaut werden sollte. Sind nämlich die "Oster"Eier gelegt, lassen sie sich meist sehr schlecht in's Huhn oder den Hasen zurückverfrachten. Das ist nicht anders wie in der großen Politik. Sind die Gesetze erstmal erlassen, dann werden sie hundert Jahre alt. Siehe Sektsteuer zum Bau von Kriegsschiffen für Kaiser Wilhelm II. Erfolgt der Aufschrei der Massen schon vorher, bekommen viele der Akteure doch kalte Füße, wenn sie merken, die Basis spielt nicht mit.


    Also auf alle Fälle vorher diskutieren und nicht erfolglos hinterher meckern müssen.



    Warum wird von Seiten des ZDRK immer auf den Datenschutz verwiesen und nicht mal ein deutlicher und klarer Hinweis auf den offiziellen Link TGRDEU verwiesen: z. B. so


    http://www.genres.de/tgrdeu/


    dann kann jeder Züchter des Verbandes selbst kontrollieren ob da alles mit rechten Dingen zugegangen sein kann.


    Kai, Du siehst, da gibt es noch viele Baustellen!


    Gruß
    Karl

  • Kai,
    gerne erkläre ich dir den Zusammenhang zwischen diesen beiden Zitaten.
    Meine Tochter wollte Zwergrexe japanerfarbig züchten (die es ja nun aus genetischen Gründen massenhaft bei uns im Stall gibt). Als die Standardkommission die ZUlassung dieses Farbenschlags analog zur ZUlassung der Japanerrexe (so wie es bisher immer gehandhabt wurde, siehe Zwergrexe rhön zB) nicht bewilligte, gab ihr ein befreundeter Züchter vier Farbenzwerge japanerfarbig aus seiner Zucht. Sie machte damit zwei Würfe, aber es war nicht das was sie wollte und daher wurden die Tiere nach sehr kurzer Zeit wieder abgegeben. Eine Züchterin kam vorbei und suchte sich Tiere aus den beiden Würfen aus, in diesem Fall Mutter und Sohn, soweit ich mich erinnere (ist ja schon ein bissl her)
    Frage beantwortet?



    ZU deinen anderen Auführungen...... Verbandsschädigend ist in meinen Augen so manche Entscheidung, die oben getroffen wird. Daher auch mein Unmut. Falls aber deine Worte der dezente Hinweis auf KOnsequenzen für mich sein sollte, kann ich dir eins mit Sicherheit sagen: Mir ist es wichtiger morgens meinem Spiegelbild in die Augen sehen zu können, als irgendein Tier auf einer Lokalschau ausstellen zu können. Ich setze mich für meine Ziele und Vorstellungen ein und ich halte sie nicht für zu hoch gegriffen. Wenn man anstatt daraus neue Ideen zu ziehen, mich mit der Begründung von schädigendem Verhalten aus dem Verband jagen will, bitte. Denn dann ist es eh an der Zeit zu gehen, denn ein solches dümmliches Schaf bin ich nicht als dass ich derart von einem Leithammelsystem geführt werden müßte. Ich züchte Kaninchen und das jeden Tag..... bei mir zuhause. Das werde ich so oder so tun und zwar genau so wie ich mir das vorstelle und nicht anders. Ob mit oder ohne Verband ist mir persönlich ab einem bestimmten Punkt nicht nur egal, sondern ich gehe da einen Schritt weiter: Wenn wirklich nur Schafherdendenken gefragt ist, werde ich diesen verband mit meinen Beiträgen nicht unterstützen wollen.
    Übrigens spiegeln deine Worte ein mir fernes Denkmuster wieder...... wenn die Oberen ihre GEdanken und Vorschläge zu Papier bringen und sogar öffentlich machen (oder hat sie jemand dazu gezwungen?), wird das von dir als "Arbeitspapier" und "Sammlung von Ideen" bezeichnet, wenn die Basis das gleiche tut kommt es "Verbandsschädigendem Verhalten" gleich oder wird mit der Begründung der "ungelegten Eier" abgetan. Wo genau ist da der Unterschied für dich? Ganz nebenbei..... so ungelegt sind die Eier nicht, denn sie sind bereits mehrmals öffentlich von Seiten der Verantwortlichen "gelegt" worden.
    Wir reagieren doch nur darauf, oder sind das etwa unsere Ideen, wenn man von Karteileichen beginnt zu sprechen?

  • Wenn man durch Kreuzungen oder gefallenen Fehlfarben eine ausgestorbenen Farbenschlag wiederbeleben will, sollte man auch das dafür gedachte Verfahren anwenden!

    Durch Kreuzungen:
    Man muß schon einen an der Waffel haben (positiv gemeint) wenn man das geforderte Prozedere durchlaufen will. Du stellst einen Antrag, dieser muß begründet sein, über diesen Antrag wird beraten. Die Chancen das er genemigt werden stehen wie hoch, Kai? Okay, gehen wir mal davon aus er würde genehmigt....... du verpaarst also zwei verschiedene Farbenschläge einer Rasse miteinander (welche gewagtes Experiment :rolleyes: ) und die Nachzucht erhält nun für 5 Jahre das K im Ohr. K-Tiere dürfen nicht ausgestellt werden, richtig? Danach berät dann die Kommssion darüber, ob die K-Tiere nun wieder Rassetiere sind.
    Korrigiere mich, wenn ich da mit meiner Erinnerung daneben liege.
    Aber um es auf den Punkt zu bringen...... der Züchter, der sich daran hält, verliert locker 7 Jahre. Sein Zuchtkollege, der das gleiche macht ohne es an die große Glocke zu hängen, verliert nix, nein er gewinnt sogar 7 Jahre Vorsprung.
    Wieviele Züchter kennst du, die diesen Antrag gestellt haben? Und wieviele Züchter kennst du die meist sogar ohne Hintergrundwissen stumpf irgendwas durcheinanderpaaren?
    In meinen AUgen muß hier ein neuer Weg eingeschlagen werden: mehr AUfklärung, mehr Information zur Vererbung, weniger Restriktion und damit weniger Hinterhofaktivitäten.


    Duch Fehlfarben:
    Kai, du scheinst noch immer nicht die AAB zu kennen. Dort steht geschrieben, was mit Fehlfarben zu tun ist! Diese Tiere sind zur Zucht einzusetzen und auch ausstellbar, sofern sie als Rasse anerkannt sind.
    Wenn du also fehlfarbene Tiere als Ausschußware "verteufelst" handelst du gegen die Wünsche von oben. Dort zB hat die Kommssion den richtigen Weg aufgezeigt und die Vielfalt konstruktiv unterstützt. Es scheint nur kein Züchter zu wissen, und auch die wenigsten Preisrichter.
    Das gedachte Verfahren ist also bereits vorhanden und sollte genutzt werden. Traurig nur, dass man, wenn man AAB konform handelt, als "Super-Kreuzer" abgetan wird. Ich kenne soviele Züchter, die Fehlfarben schon im Nest aussortieren. Warum? Weil sie nicht wissen, dass es sich um erhaltenswürdiges Kulturgut handelt und aus Angst ihr Gesicht zu verlieren. Verstehen werde ich das letzte wohl nie.


    Es muß ein Umdenken in der Züchterschaft stattfinden. Dieses Umdenken wird Zeit brauchen, da man nicht mal eben jahrzehntealte Denkmuster aus einem Hirn löschen kann. Der Anstoß zu dem Umdenken muß von Oben erfolgen, durch wegweisende Vorgaben, die zukunftsorientiert dem Verband neue Wege aufzeigen können. Für mich wären das:
    mehr AUfklärung, mehr Mitbestimmung, mehr Transparenz, weniger Restriktion und damit weniger Hinterhofaktivitäten.


    Die Genrationen ändern sich, nicht nur in der Kaninchenzucht sondern in der ganzen Gesellschaft. Viele Züchter stammen noch aus einer Zeit, in der Kopfnicken traniert wurde. Diese Generation fällt nun langsam weg. Nachfolgender Generation wurde das Mitdenken und Mitreden eingeimpft. Wenn der Verband also diese Generation für sich entdecken will, muß er seine Strukturen dementsprechend anpassen, um diesen Züchtern einen Ort geben zu können, wo sie gerne ihrem Hobby als Ausgleich zum Berufsleben fröhnen wollen.

  • mehr AUfklärung, mehr Information zur Vererbung, weniger Restriktion und damit weniger Hinterhofaktivitäten.

    Hallo.
    Nur scheinbar o.t.

    Dieses Zitat wirkt auf den ersten Blick wirklich sehr gut und einleuchtend, aber........


    Aufklärung:
    Es gab wohl keine Zeit in der die Menschen hier in Mitteleuropa aufgeklärter sein konnten als jetzt. Alle Tabus, gesellschaftlicher als auch religiöser Natur, sind mehr oder weniger geschleift. Die Freiheit scheint grenzenlos zu sein.


    Information:
    Noch nie in der Weltgeschichte war es einfacher und schneller möglich an alle Informationen zu kommen, die man wollte oder brauchte. Für das Wissen des Durchschnittsbürgers gibt es in der Vererbung keine großen weißen Lücken mehr. Die Lücken sind meist nur noch für die Spezialisten erkennbar. Reproduktion, zumindest beim Menschen, ist für den Zeitschriften- und Zeitungsleser inzwischen Allgemeinwissen. An den Schulen wird Wissen weitergegeben, das vor wenigen Jahren/Jahrzehnten noch nicht mal Spezialisten bekannt war. Allerdings leidet, meiner Meinung nach, dadurch das Grundlagenwissen. Zumindest für die Biologie kann ich das erkennen und bescheinigen.


    Trotzdem ist es erschreckend, wie wenig die meisten Menschen davon wissen oder es sie auch überhaupt nicht interessiert. Auch die Kaninchenzüchter.


    Restriktion:
    Was macht der Durchschnittsbürger, mit seiner ungebundenen Freiheit? Sie wird im Normalfall gnadenlos egoistisch ausgenutzt.
    Selbst verständliche Vorgaben werden nicht eingehalten, wenn sie nicht kontrolliert und geahndet werden. Siehe Verkehrsbeobachtungen, alte und die ganz aktuelle vom ACE.
    Genau in dieses System paßt auch die Vermischung der grauen Farben in der Kaninchenzucht. In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg schon bekannt und anscheinend sogar besser beachtet als in den letzten 40 Jahren. Keiner kann sagen, das Problem war nicht erkannt. Aber ohne Sanktionen eben keine Selbstbeschränkung.


    Hinterhofaktivitäten:
    Dazu muß man nichts mehr schreiben, wenn man die vorhergehenden drei Punkte gelesen hat.


    Gruß
    Karl








  • Guten Morgen zusammen,


    habe mir mal wieder ein "Hundewochenende " gegönnt - Hunde sind mit Kaninchen meine große Liebe - und mit alten FreundInnen geplaudert,
    sebstverständlich redet man auch über die Zuchtverbände und siehe da:
    Wo man hinschaut, Austritte und Unzufriedenheit der Basis mit dem Vorstand (nicht die Person sondern die Organisationsstruktur ).
    Überraschend dabei:
    Je kleiner und spezifischer ein Verband, desto mehr Ruhe - anscheinend sind dort die Tiere Themeninhalt und nicht so sehr das drumrum.
    Und nicht vergessen, bei Hunden geht es um richtig viel "Kohle".


    Dabei fiel mir allerdings eines ganz massiv auf:
    Die Akzeptanz von Hunden in unserer Gesellschaft ist eine ganz andere, da wird ganz gezielt Lobbyarbeit gemacht, kein PolitikerIn, die nicht stundenlang was zu Hunden sagen könnte, Freund des Menschen und soziale Aspekte und.....
    Was sagen Politiker zu Kaninchen:
    Naturverbundenheit, Freizeitausgleich , vielleicht noch wertvolles Kulturgut - Gottseidank haben sie von Kaninchen so wenig Ahnung, sonst würde sogar noch die Naturverbundenheit wegfallen - Sackfutter und Natur passt nicht :evil:


    Natürlich kommt man ins Grübeln und überlegt sich, warum sucht man nach Argumenten, dass diese Großverbände überhaupt bestehen bleiben sollen, wäre es nicht einfacher,
    jede/jeder sucht sich seinen /Ihren Spezialclub und aus ist ?
    Wozu brauchen wir den ZDRK ?
    Anja schreibt ja auch ganz richtig, ich züchte Kaninchen auch ohne Verband, vielen geht es so, die aus Liebe und Freude am Tier züchten.
    Was machen aber alle die "KaninchensportlerInnen", deren Hauptzeil Ausstellungen und Plazierungen ist, die Tiere eher die Produkte ihrer "Strategie" ?


    Vielleicht muss der ZDRK schrumpfen auf diese Kerngruppe, da wird es nämlich einfacher, da geht es nur noch um die Wettbewerbe, da braucht man auch keine Rassenvielfalt, da reichen ein paar wenige Rassen - am WE reichte in Ulm dem SV sogar nur eine, um eine Weltausstellung durchzuführen (PS: ich war nicht in Ulm !!).


    Vielleicht ist dies sogar die Überzeugung des ZDRK-Vorstandes, weniger ist mehr, gezielter Zuchtbetrieb für die Ausstellungen ?
    Warum nicht 2000 BlW und die ersten 10 werden prämiert ?
    Der einzige Grund dagegen ist eigentlich nur dieser kleine Hinweis auf Genreserven und Kulturgut, aber was solls.....


    Im Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter ist auch nicht alles Eintracht, man beachte den Artikel des VDT in der letzten Ausgabe "Geflügel".


    Das Präsidium des ZDRK hat es in der Hand, ob Kaninchenzüchter mit unterschiedlichsten Interessen unter dem Dachverband noch eine Heimat haben werden oder nicht.
    Nutzen sie nicht die Chanchen , werden wir bald viele Splittergruppen haben, die durch die Entwicklung im Heimtierbereich Kaninchen als Heimtiere in den Vordergrund stellen werden und auch aus tierschutzrelevanten Gründen das Sagen haben werden - dann wird es für die "SportlerInnen" verdammt eng.
    Bei der Hundezucht haben es zunindest einige erkannt, wo der Weg hingeht,
    die Rassegeflügelzüchter haben ihren wissenschaftlichen Geflügelhof ,
    der ZDRK ........?????


    mfg Peter

  • Hallo,



    Anja erst einmal danke für deine Erklärung.



    Mir kam es doch recht komisch vor,
    dass Du einmal von Fremdverpaarung schreibst und an anderer Stelle Tiere in
    enger Linie abgibst. Aber es muss ja jeder einmal mit etwas anfangen auf dem
    man dann aufbauen kann.


    Ich züchte übrigens oft in sehr engen
    Linien und habe bisher (schnell auf Holz geklopft) keine Probleme mit
    Inzuchtfehlern.
    Bei mir fallen auch nur die Farben die fallen sollten. Sollte dies anders sein, würde ich auch wahrscheinlich die
    Elterntiere aus der Zucht nehmen. Es wäre mir zu schade eine "saubere
    Zucht" wegen ein paar Blendern Jahre zurückzuwerfen.


    Vielleicht habe ich auch deswegen ein
    Problem mit deinen Worten:


    Zitat

    Weil sie nicht wissen, dass es sich um erhaltenswürdiges Kulturgut handelt und aus Angst ihr Gesicht zu verlieren.

    Wir wissen doch wohl beide, dass eine
    Mutation sehr selten vorkommt, wenn andersfarbige, als die erwünschten Tiere
    fallen (spaterbige Zeichnung und deren Folgen natürlich ausgeschlossen) ist mit
    einer hohen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dort jemand gekreuzt hat.
    Ich sehe in einem solchen Mischmasch immer noch kein erhaltungswürdiges
    Kulturgut.
    Diesen Begriff würde ich nur auf alte
    Rassen anwenden, die wegen einer gewissen Besonderheit schon vor langer Zeit
    erzüchtet wurden. Ich halte es auch für sinnvoll sich für den Erhalt solchen
    Rassen stark zu machen.
    Ich kann auch dein persönliches
    Interesse an der Anerkennung der Zwerg-Rexe Japanerfarben verstehen, selbst
    freue ich mich ja auch, dass bei meinen Kleinwiddern blau-weiß, in Zukunft die
    einfarbigen Blauen ausgestellt werden dürfen.
    Ist es denn so, dass alle einfarbigen
    Tiere den Japanerzeichnungsideal gleichstehen? Ich könnte mit als nicht dieser
    Rasse Züchtender vorstellen, dass die bei der Verpaarung der Dreifarbenschecken
    auf andere Dinge geachtet werden als Tiere die "einfarbig" eine
    Japanerzeichnung aufweisen. Liebe Anja, vielleicht wäre es für dich schön
    gewesen, wenn parallel zu den großen Rexen auch deine Zwerge anerkannt worden
    wären, bei den Widdern ist solches aber auch nicht üblich, warum muss man so
    etwas bei den Rexen beibehalten?
    Kommen wir nun zu den Kreuzungsargumenten. Ich erinnere
    mich noch gut, was Du geschrieben hast bei der Diskussion um die Zww blau-weiß.
    Warum stellst Du dich in dem Fall vehement zu der Einhaltung der Regeln und warum sollen sie dann für dich nicht gelten?
    Ich frage nun wirklich aus Unwissenheit, müssen es immer fünf
    Jahre sein? Ich habe keinen solchen Passus nicht gefunden und dachte bisher
    immer, es kommt darauf an, wann die Tiere wieder reinerbig sind. Auch kenne ich
    nun einen Züchter der einen solchen Antrag gestellt hat.
    Im übrigen war mein Satz zu deinen ZDRK-Namen in keiner
    Form als Drohung, ich weiß und glaube auch nicht, dass deswegen jemand etwas
    gegen dich unternehmen möchte. Ich finde so etwas allerdings schade, genau wie
    dein Bildnis mit den Schaafen (vielleicht hat es gar nicht mit Herde zu tun,
    sondern weil nicht alle deine Meinung teilen, sind sie dann schlechtere
    Menschen?). Lass uns lieber Argumente austauschen.
    Einen herzlichen Dank an Karl Schwab für seinen letzten
    Beitrag, den finde ich prima. Auch deinen Beitrag, dass ich zu liebevoll mit
    der Standardkommission umgehe, vielleicht in diesem Fall ja, aber mir wurde da
    zu einseitig argumentiert und ich nehme dann man gerne für die andere Seite
    Partei. Auch liegt es daran, dass es schon in kleinen Ortvereinen schwer ist
    tragbare Kompromisse zu finden, wie schwer muss es dann erst sein, es eine so
    großen Personengruppe wie Züchterschaft im ZDRK möglichst recht zu machen? Persönlich habe ich nun einmal die Erfahrungen
    gemacht, dass man dort aus sachliche, argumentierte Anfrage ebensolche
    Antworten bekommt.


    Peter, deine Theorie mit „Klein-Klein“ ist ja sehr
    provokant, aber ist sie auch wünschenswert? Ich glaube wir könnten in einem
    großen Verband doch eher mehr erreichen, auch wenn dies bedeutet, dass wir als
    Individuum in der Gruppe damit leben müssen, dass wir auch einmal mit unseren Interessen
    zurückstecken müssen. Es geht dabei ja nicht nur um den Frieden im Verband
    sondern auch was von außen kommt, da würde viele uneinige Verbände dann von
    anderen Interessengruppen noch schlechter da stehen.



    Natürlich fände auch ich es gut, wenn sich das eine oder
    andere ändern würde. Wir sollten aber daran denken, dass unsere Züchterschaft mehrere
    Generationen enthält und man nicht alles auf einmal ändern kann ohne Leute zu
    vergraulen. Den einen gehen die Änderungen zu schnell, den anderen zu langsam. Man sollte nicht stehen bleiben, sondern
    langsam und bedächtig voranschreiten.



    Gruß Kai

    Fehler machen ist menschlich,
    dazu stehen zeugt von Größe,
    wer sie nur bei Anderen sucht, tut mir nur Leid.

  • Hallo Kai,


    meine Fragen zu "Klein-Klein" waren in diesem Falle nicht provokant sondern zeigten nur die Realitäten in anderen Verbänden auf.


    Natürlich hat ein großer Verband mehr Einfluß - genau deshalb wäre der ZDRK als Dachverband auch so wichtig -, das Problem ist doch aber, dass sich die unterschiedlichen Interessen zur Zeit darunter nicht finden können.
    Und wenn ein Dachverband es eben nicht schafft, die Interessen in Unterorganisationen zu bündeln, dann wird er unnötig.
    Das "Verbraucherverhalten" ist schlicht anders als früher, das muss man einfach akzeptieren, ansonsten laufen die Leute weg bzw. kommen erst gar nicht.
    Momentan ist es ja noch so, dass keine andere Organisation es geschafft hat, adäquate Reize für unentschlossene und unzufriedene ZüchterInnen gefunden zu haben - zum Glück des ZDRK-, nur, das wird kommen !!


    Für mich absolut nicht nachvollzeihbar ist die "Sturheit"- manche mögen es Konsequenz nennnen-, mit der neue Rassen und Farbenschläge NICHT zugelassen werden.
    Was schaden denn bitte diese Neuzüchtungen und deren ZüchterInnen ?
    Der Unterschied liegt doch eigentlich nur darin, organisieren sich deren ZüchterInnen unter dem Dachverband oder gar nicht oder vielleicht zukünftig unter einem neuen Verband, kurz:
    Bekommt der ZDRK neue Mitglieder oder nicht, so einfach ;)


    Dass die Interessen der Mitglieder jetzt schon sehr unterschiedlich sind brauchen wir nicht zu diskutieren, dies ist Fakt.
    Dass viele Mitglieder nicht mehr dabei sind und wesentlich weniger nachkommen ebenfalls.


    Ich verstehe die Entscheidungsträger im ZDRK, dass sie möglichst wenig ändern wollen unter dem Aspekt, dass Neuerungen sehr gefährlich werden können und deshalb versucht wird, das Alte zu erhalten und auf alte Werte zurückzugreifen.
    Dieses Verhalten hat allerdings einen entscheidenden Nachteil, der nicht wegzudiskutieren ist:
    Stillstand ist Rückschritt, da nützen auch die Hinweise auf evtl. chaotische Entwicklungen nichts , das ist nur Makulatur.


    Im Grunde geht es doch bei der Frage der Neuzulassung um eine klaren Richtungswechsel:
    Will der ZDRK Dachverband für alle KaninchenzüchterInnen und deren unterschiedlichen Interessen sein oder nicht.
    Kaninhop und andere "Öffnungen" bisher sind doch nur Augenwischerei, sicher sehr wichtig und wertvoll für die Interessenten, hat doch aber mit der ZUCHT von Kaninchen schlicht nichts zu tun.


    Bisher gibt es zum ZDRK noch keine Alternativen, die Frage darf aber erlaubt sein: Wie lange noch ???


    Und bitte nicht vergessen:
    Ohne Tierschutz wird es langfristig keine Tierzuchtverbände mehr geben.
    Was ist sinnvoller, gegen Tierschützer anzukämpfen oder sie in den eigenen Reihen zu haben ?


    mfg Peter

  • Peter, :yes: :yes:
    dem ist eigentlich nichts mehr hinzufügen !


    Zu ergänzen wäre allenfalls...
    Es gibt ja bereits (tw. schon seit längerem) Tendenzen dahingehend, dass sich deutsche ZüchterInnen einem ausländischen Verein anschließen, weil die entspr.Rasse unter dem Dach des ZDRK nicht anerkannt ist bzw. mit der Zulassung als Neuzüchtung nicht zu rechnen ist bzw. bislang war. Es gibt konkrete Beispiele für verschiedene Rassen, wo dies so ist.
    Spätestens hier drängt sich aber die Frage auf, warum erleichtern wir solchen Züchterinnen und Züchtern die züchterische Arbeit in unserem Verband nicht und zwar ohne ihnen zu sagen, züchtet doch jene Rassen, die es bei uns schon gibt?
    Der Verweis auf das Neuzucht-Verfahren mag zwar dem Regelwerk entsprechen, aber unser Dachverband (und damit wir eigentlich alle) "schließt solche Züchterinnen und Züchter regelrecht aus"!
    - Vor dem Hintergrund der faktischen Monopolstellung des ZDRK ist dies rechtlich im Übrigen auch nicht unproblematisch. -


    Abschließend auch nochmals von meiner Seite die Betonung des Tierschutzes und die Beteiligung von Tierschützern an unseren Belangen!
    Wir können in unseren Veröffentlichungen noch so viel gutes sagen und manches Vorwort darauf trimmen, dass wir den Tierschutz quasi immanent im Hobby haben.
    Die Sichtweise von Tierschützern weicht u.U. gravierend davon ab, z.B. wie wir (die meisten) unsere/r Tiere halten.
    Hier liegt m.E. für die Zukunft eine der weiteren, wichtigsten "Baustellen" unserer Verbandsarbeit.


    Netter Gruß
    Wolfgang

  • Hallo Kai,


    da ich gestern etwas unter Zeitdruck stand, konnte ich Dein letztes Mail nur querlesen und nur auf einen Aspekt antworten.


    Besonders beachtenswert finde ich Deine Ausführungen zur Reinzucht.


    Ja, lieber Kai,


    ich glaube dir, dass Du das, was Du schreibst, auch tatsächlich so meinst,
    aber bist Du da nicht der einsame Rufer in der Wüste ?


    Wenn man als mit der Genetik nicht auf Kriegsfuß stehender Ausstellungsbesucher und Züchter durch die Reihen geht sieht man die tollsten Kreuzungen und Bastarde mit höchsten Bewertungen, unsere ZüchterInnen sind echt gut und bringen Tiere zur Schau, die wirklich Spitze sind.
    Dies hat aber nichts mit Reinzucht zu tun sondern schlicht mit genetischen Kenntnissen, die geschickt umzusetzten sind.
    Mal ganz ehrlich:
    Glaubt denn wirklich jemand ernsthaft, dass die (vermeintlichen) Verbesserungen der Rassen und Farbenschläge nur auf Zuchtauswahl beruht ?
    Soll denn niemand wissen sollen, wie einfach Einkreuzungen zu deutlichen Verbesserungen führen können ?
    Ist es wirklich ein Geheimnis, wie einfach es ist, aus den vorhandenen Rassen neue/alte Rassen neu zu erzüchten - 50 Zuchtboxen, 2 Jahre Zeit und Du hast ein ausstellungsfähiges Ergebnis, ohne jemals die Ursprungsrasse im Stall gehabt zu haben.
    Auch wenn viele ZüchterInnen dies nicht wahrhaben wollen und strickt verneinen, die Mitglieder der Standardkommission wissen dies garantiert - vielleicht erklärt sich hieraus auch ihre strikte verweigernde Haltung.
    Nur:
    Kreuzungen kann niemand verhindern - streng genommen sind sogar Paarungen zwischen nicht verwandten Tieren einer Rasse genetische Bastarde -, kein Preisrichter wird sie ahnden - so ne leichte Unstimmigkeit in der Unterfarbe könnte ja auch von was anderem kommen.
    Wir sollten hier schon ehrlich zueinander sein und nicht verschweigen, dass jetzt schon mehr Blender denn erbreine Tiere zu sehen sind, oft bis in die Höchstnoten.
    Woher kommen wohl die Klagen von Zuchtanfängern, dass immer wieder Fehlfarben fallen ?
    Da sind unsere ausländischen Nachbarn oft schon ehrlicher, da kann man einfach Farben kreuzen und die Ergebnisse dann jeweils als Farbe ausstellen.


    Was ich hier schreibe sind Tatsachen, die auch die Standardkommission weiß - es sitzen dort nicht ohne Grund Herren mit enorm viel Zuchterfahrung.
    Warum sie sich gegen Neurassen verweigert weiß ich nicht, auf grund ihres Wissens über die bereits angewandten Methoden brauchen wir auch nicht zu diskutieren, nur hat ein Verbot bisher in der Geschichte der Menschheit immer dafür gesorgt, dass es erst recht ausprobiert wurde.
    Mir fällt dazu nur noch eine Passage aus Brecht`s "Galileo" im Bezug von Wissenschaft und Wahrheit ein.


    mfg Peter

  • Hallo zusammen,


    ich glaube auch, dass sich hier die entscheidende Baustelle auftuen wird. Wie halte ich es mit den (ich nenn sie jetzt mal) Haltern. Wenn ich mir nur unseren kleinen Kreisverband und dessen Entwicklung anschaue, sehe ich - und hoffentlich jeder andere auch- dass etwas passieren muss. Vor 15 Jahren noch 18 Vereine mit rund 350 Mitgliedern, heute 9 Vereine mit rund 150 Mitgliedern. Oder unser LV: Vor acht Jahren noch weit über 4000 Mitglieder - heute noch etwas mehr als 2500 Mitglieder. Häufig hört man dann, die kleinen Vereine oder Kreisverbände sollten doch fusionieren oder zumindest ihre Aktivitäten zusammenlegen. Was ist aber die Folge daraus. Es wird weniger Schauen und öffentlichkeitswirksame (werbende) Präsentationen geben. Das heißt die (Rasse-)kaninchenzucht wird mehr und mehr aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden, die Reputation bei Behörden und Verwaltungen wird sinken und damit auch die Möglichkeit der "Einflussnahme". Klar bevor ein Verein oder KV ganz über den Jordan geht sollten die verbleibenden Interessierten Mitglieder mit anderen fusionieren, aber das kann doch nur die absolute Notlösung sein, denn überregionale Vereinigungen werden es immer schwerer haben, Unterstützung auf kommunaler Ebene zu finden, als ein ortsansässiger Verein. Ziel muss es also sein, die Mitgliederzahlen wieder in die Höhe zu bringen. Dass ist mit Sierheit keine leichte Aufgabe; die Gegenargumente kennen wir alle: Zeitmangel, Platzprobleme etc.. Wenn ich aber aktive Öffentlichkeitsarbeit mache, habe ich auch Zulauf. Wir haben z.B. in unserem Verein im Schnitt in den letzten Jahren jedes Jahr ein neues Mitglied, die mit Abstand größte Jungendgruppe weit und breit und präsentieren uns auch bei allen möglichen Gelegenheiten. Wie sieht es aber damit aus, was der ZDRK so für die Gewinnung neuer Mitglieder tut bzw. womit unterstützt er die Vereine bei der Mitgliedergewinnung. Mit Werbematerial ?, mit einer aktuellen Homepage, auf der sich die Vereine Infos besorgen können? mit klaren, nachvollziehbaren Beschlüssen und Regelungen, die dazu führen, dass sich neue Mitglieder nicht schon nach kurzer Zeit wieder abwenden? Die Frage kann sich jeder selber beantworten. Fakt ist aber, dass ich viele Vereine in meiner Umgebung sehe, die es alleine einfach nicht mehr auf die Reihe kriegen den Betrieb aufrecht zu erhalten.
    Ich bin eigentlich auch ein Verfechter der "reinen Lehre" wie Leistungszucht mit richtigen Zuchtgruppen und hab auch meine Probleme mit der Hobbyfraktion aber was haben wir denn auf lange Sicht für eine Alternative, wenn die von mir zuvor angesprochenen Punkte nicht mal umgesetzt werden. Heißt, wenn keine vernünftige Öffentlichkeitsarbeit gemacht wird, die dazu führt, dass der Mitgliederbestand saniert oder zumindest gehalten werden kann, um damit die sonstige Verbandspolitik (Ausstellungswesen, Zuchtwesen etc.) überlebensfähig zu halten, wird man irgendwann die Kröte schlucken müssen und "Rassen" im Verband betreuen müssen, die nach heutigen Stand keine Rassen sind. Das Übel wird also aus dieser Sicht noch größer. Alternativ gibt es sonst in zwanzig bis dreißig Jahren einen Verband mit bundesweit vielleicht 10.000 Mitgliedern, den keiner mehr wahrnimmt. Denn ein Wahrnehmungs- und Akzeptanzproblem gibt es schon heute mit 150.000 Mitgliedern. Auf der anderen Seite gibt es dann die Hobbyfraktion, die letztendlich die Richtung vorgibt - die Gedanken wurden hier ja auch schon geäußert. Noch kann man gegensteuern, aber die Titanic ist schon ganz knapp vor dem Eisberg ;(



    Gruß Torsten

  • Hallo,



    das Zeitproblem ist mir auch gut bekannt und verfolgt mich
    auch immer.



    Ein paar kurze Worte muss ich aber mal wieder loswerden.



    Liberalisierung ist auch so ein Modewort und wird gerne von Politikern als
    die Lösung verwendet, ich glaube man sieht aber oft, dass dies nicht immer zu
    etwas führt.



    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine
    Liberalisierung der Neuzuchten und Kreuzungen unser Mitgliederproblem lösen
    könnte.



    Vielleicht die eine oder andere Änderung, OK.



    Mit der Zeit (Geschmack) gehen und über die „Neuzucht“ vom
    Liebhaber-Moderassen nachdenken –OK.



    Über die Einbindung von Rassen aus dem Europastandard, ließe
    ich ja auch mit mir reden.



    Auch wäre es vielleicht sinnvoll zu überlegen, ob man
    wirklich fünf Jahre in einem Verein sein muss um eine Neuzucht zu halten.



    Alles Dinge die ja vielleicht etwas bringen könnten, aber es
    muss auch Begrenzungen geben, sonst verzetteln wir uns.



    Bei einer Anerkennung sollte dann gewissen Mindestanforderungen
    auf Zuchtstand und auch Verbreitung erfüllt sein. Und um wieder an den Anfang
    der Diskussion zu kommen, wenn man viele neue Rassen haben will, muss man auch konsequent
    sein wenn die angesprochene Nachfrage nicht mehr besteht und die Rasse nicht
    mehr existent ist.



    Zu dem Thema „Kreuzung“ sorry, da sträuben sich mir die
    Haare. Es gibt bestimmt einige Züchter, die wie Peter beschreibt, die über die
    nötigen Kenntnisse verfügen, so etwas zu machen. Manche verfügen über ein
    gesundes Halbwissen und versauen damit den Genpool und andere haben von Genetik
    gar keine Ahnung.



    Kommen wir einmal auf Neuzüchte zurück, viele beginnen mit
    wenigen Stallungen einem Rammler und 1-2 Häsinnen, was passiert denn wenn sie
    einen Farbenschlag züchten wollen und jede Menge Fehlfarben bekommen? Der Trend
    geht nun einem zu kleineren Zuchtanlagen, weil die Leute oft nicht ausreichend
    Platz haben, in meinen Augen ist da sie Reinzucht umso wichtiger.



    Ich bin nicht so weltfremd, um nicht zu wissen, dass in
    manchen Farbenschlägen eine Einmischung sinnvoll ist, aber das sollte nicht in
    allen Fällen zur Regel werden.



    Wenn es so weit kommt, dass von diesem Grundsatz Abstand
    genommen würde, weiß ich nicht was ich tue, vielleicht finde ich ja dann noch
    ein paar Zuchtfreunde in meinen Rassen, die auch meine Ansichten teilen,
    ansonsten wäre das ein Grund mein Hobby aufzugeben.



    Gruß Kai

    Fehler machen ist menschlich,
    dazu stehen zeugt von Größe,
    wer sie nur bei Anderen sucht, tut mir nur Leid.

  • Hallo,


    eigentlich wollte ich mich zu dem Thema nicht äusern, aber ich tu's halt mal, um Euch die Gedanken eines Nichtmitglieds näher zu bringen, bzw. eine Parallel auf zu zeigen.


    Nur mal vorab, recht habt Ihr alle irgendwo.
    Meine Ausführungen mögen in Betracht des großen und umfangreichen Threads etwas wirr sein, aber wenn Fragen auftauchen, bitte diese Stellen.


    Also, ich bin Sportschütze. Jetzt mag der eine oder ander fragen, was hat das mit Kaninchenzucht zu tun?
    Eigentlich nichts, aber in derVErbandsstruktur doch vieles.


    Züchten hat wie Schießen eine Tradition, die man wahren, bzw. den Änderungen der Gesellschaft anpassen sollte, ohne diese (dieTradition) über Bord zu werfen.
    Unser Dachverband ist noch träger als der bei Euch. Wir als Schützen von der Basis müssen uns gegen die neuen Gesetzte wehren. Der DSB (Deutscher Schützenbund) ist nicht in der Lage hier sein Veto ein zu legen.


    Zum einen ist ein Verein nur so gut, wie seine Aktivitäten oder seine Mitglieder. Will meinen, wenn ich mich wohlfühle oder mir das geboten wird was ich brauche, so bin ich auch bereit dort mit zu machen, egal ob ich lieber lila-blass-blaue Kaninchen habe. Wenn es der Standard es nicht zu lässt, dann Züchte ich halt eine andere Rasse.
    Bei uns Schützen gibt es ein paar mehr Bundesverbände oder Interessenvereinigungen. Wenn ich also eine bestimmte Disziplin im DSB nicht schießen kann, werden ich halt Mitglied im BDS (Bund Deuscher Schützen). Kurioser weise gibt es nur ganz wenige Schützen, die nur in einem der Verbände Mitglied sind. Zumeist ist man in einem oder mehreren Verbänden Mtiglied, um eben eine Disziplin zu schießen, die es in dem anderen Verband nicht gibt.
    Dies hat den Vorteil, dass wir trotz der gleichen Mitgliederproblematik wie Ihr dies nicht so stark zu spüren bekommen. Auch sind wir im Ort dadurch präsenter.


    Was mir nicht so zugegen ist, warum soll eine bereits genehmite Rasse gelöscht werden. DIese kan man ja wieder aufleben lassen. In der Kaninchenzeitung lese ich des öfteren alte Berichte und was dort alles verloren ging. Stimmt mich etwas nachdenklich.


    Bei den Schützen gibt es Disziplinen, bei denen nur eine Handvoll diese Schießt. Trotzdem wird Sie nicht abgeschafft.


    Nun zum Thema Europa. Warum muss man sich in gänze an Europa anlehnen? Bei einer Disziplin wird bei uns 15 mal auf eine Scheibe geschossen. Bei Europa- oder Weltmeisterschaften nur 13 mal, wobei nur 10 Schüsse in die Wertung kommen. Und jetzt kommts. Wir sind glücklich dabei.


    Peter hat kurz vorher geschrieben, dass es immer wieder zu Einkreuzungen kommt, bzw. jemand anderes schrieb, dass Tiere mit Schnupfen ausgestellt werden.
    Find ich lustig.
    Aber im negativen Sinne.
    Als ich mal eine ZwW thüringer gekauft habe und im Stall des Verkäufers einen ZwW gelb sah, wurde mir so einiges klar.
    Ein Zuchtkollege sagt mir mal kaufe keine Tiere dieser Rasse in dem Bundesland da ist zuviel eingekreuzt.


    Warum unternehmt ihr nicht vehementer etwas dagegen?
    Bei den Schützen wird auch beschiessen, sollte der Beschiss aber rauskommen, so ist der Betrüger der Gelackmeierte und nicht der, der die Sache aufdeckt.


    Ich gebe Euch also den Tipp, geht offen auf Eure Verbände zu. Nehmt aber auch deren Bedenken ernst.
    Bewahrt die Tradition in Zeiten des Fortschritts.


    LG
    M.

  • Hallo.


    Ja, Maxi, das ist ja das Dilemma. In sehr vielen Beiträgen, auch wenn sie vordergründig meilenweit auseinanderliegen, liegt irgendwo ein sehr gutes Körnchen.
    Es fehlt nur der große Zampano, der das alles zu einem allen schmeckenden Brei zusammenrührt.


    Gibt's den im ZDRK?



    Zitat:
    >>>>>Bewahrt die Tradition in Zeiten des Fortschritts.<<<<<




    Klingt wie die Quadratur des Kreises, aber wenn es gelingt, dann.....



    Schönen Gruß
    Karl

  • gelingen kann das.
    Engstirnigkeit der beiden, Tradition und Moderne beiseite und es klappt.


    Die Tradition sollte sich nicht nur im alten Bewahren selbst balsamieren, sondern neue Richtungen ausloten und die richtigen Schlüsse ziehen - schwierig genug.
    Gleichzeitg muss die Moderne begreifen, aus was sie entstanden ist und das was fundament hat auch bewahren.


    Bsp.:
    Schützenverein mit 250 Mitgliedern überaltert. Junge, moderne Themen werden nur schwer auf- und gegriffen.
    Nach ein paar Jahren nur noch 180 Mitglieder. Was tun?
    Werbung, Werbung und örtliche Präsenz, auch mit modernen für jugendliche Interessante Themen.
    UNd siehe da, zwei Jahre später wieder 200 Mitglieder. Hauptsächlich juge Menschen.


    Das beste daran ist, dass sich trotz der neuen Themen sich auch bei den jugendlichen dei Tradition weiter entwickelt.


    LG
    M.

  • Guten Morgen,


    ich bewundere immer wieder Kai, wie er versucht, die Positionen des ZDRK-Vorstandes in seine mails miteinfließen zu lassen ohne unter den Verdacht zu kommen, sich instrumentalisieren zu lassen.
    Allerdings werden die Argumentationen immer inhaltsleerer - man beachte die vielen Freizeichen zwischen den Absätzen :thumbsup:


    Nun weiter im Ernst:
    Es geht nicht um Liberalisirung - Liberalisierung in der deutschen Politik mit entsprechender Partei bedeutet nichts anderes als Freiheit für des Kapital, um tun und lassen zu können was sie wollen auf Kosten der Bürger. Diese Liberalisierung wollen wir lieber nicht ansprechen, Geld wird sowieso noch Thema werden , als Beispiel denke man nur an den wissenschaftlichen Geflügelhof bei unserem Partnerverband..


    Es geht um Umstrukturierung des ZDRK und dessen Anspruch:
    Ist der ZDRK ein Dachverband oder einer unter vielen - als Dachverband muss er alle Interessengruppen aufnehmen können oder er ist eben kein Dachverband, so einfach, Maxi hat es ja bei den Schützen erklärt, dann ist man eben in mehreren, um alle eigenen Interessen abzudecken.
    In den Ortsgruppen wird es dann allerdings schwierig, denkt nur mal an die Finanzierung.


    Es geht um Mitgliederzahlen:
    Will der ZDRK auf eine kleine Kerngruppe zusammenschmelzen oder will er der Dachverband mit Entscheidungswirkung in der Öffentlichkeit sein.


    Es geht um Tierschutz:
    Wird der ZDRK zum Feind oder zum Vorbild der Tierschützer.


    ......und viele weitere grundsätzliche Fragestellungen.


    Nochmal kurz zu Kreuzungen:
    Ich finde Zwergwidder unf Farbenzwerge ausgesprochen interessant und habe immer einen odenr mehrere Farbenschläge davon in meiner Zucht.
    Gerne würde ich auch die Tiere zumindest auf unseren Lokalschauen ausstellen, da ich sie aber nur in sehr kleinem Rahmen züchten will - in der Regel 1,1 oder 2,2 - mache ich vor dem Zuchteinsatz Reinerbigkeitsprüfungen.


    Ja, lieber Kai,
    und dabei erlebt man wirklich so seine Überraschungen, man kommt ins grübeln, berechnet die Ursprungsrassen und ist dann nicht mal mehr erstaunt , wenn man die Züchter, aus deren Zucht die Tiere stammen, in den Ausstellungskatallogen als Aussteller genau dieser errechneten Rassen wiederfinden.
    Nie würde ich behaupten wollen, dass dies nicht Zufall wäre und alleine der Verdacht einer Täuschung verbiete ich mir selbst,
    nur - die Schwaben reden in solchen Sachen vom "Gschmäckle".


    Die Bibel benennt dies viel besser


    "Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein ""


    Wenn unser ZDRK - Vorstand mit all seinen Fachorganisationen den Trend der Zeit nicht erkennt und mit sturem Beharren auf veralteten Positionen den kontinuierlichen Mitgliederschwund sehenden Auges in Kauf nimmt, ist es an der Zeit, über einen Richtungswechsel nachzudenken.
    Darüber haben aber nicht die Vorstände sondern alle Mitglieder zu entscheiden.
    Diese grunddemokratische Entscheidung erwarte ich, über das wie und wann ist sicher noch zu diskutieren.
    In der ursprünglichen Fragestellung bei Neuzüchtungen , Europarassen und Anerkennung bzw. Weiterbestand seltener Rassen erwarte ich eine offene und faire Diskussion mit gegebenenfalls demokratischer Abstimmung, was ist denn - bei Gott !!! - daran so schwierig ?? ?(?(


    mfg Peter

  • Hallo Maxi,


    ich habe Deinen Beitrag sehr wohl gelesen, möchte darauf aber inhaltlich nicht eingehen, da ich nicht ungerecht werden möchte.
    Ich habe mit Schützen schlicht ein Problem.
    Mein Schwiegervater hochdekorierter Schützenkönig,
    ich selbst vor kurzem beruflich Betroffener von Winnenden.
    Alles absolut verrückt.


    mfg Peter

  • Hallo Peter,


    ich schätze dich ja sehr und bin deshalb über diesen Satz von dir sehr enttäuscht:



    Zitat

    ich bewundere immer wieder Kai, wie er versucht, die Positionen des ZDRK-Vorstandes in seine mails miteinfließen zu lassen ohne unter den Verdacht zu kommen, sich instrumentalisieren zu lassen.


    Glaubst Du wirklich das ich mich für so etwas hergebe? Ich dachte nach eingen Jahren Meinungsaustausch könntest Du mich besser einschätzen.


    Es ist aber nun einmal so, dass ich auch der Meinung bin, dass sich etwas ändern muss, aber alles zulassen sehe ich als ein Strohfeuer an.


    Ich bin und zwei Vereinen und einem Club, da sind neue, junge Züchter und auch ganz alte drin. Wir versuchen immer Mittelwege zwischen alt und neu zu finden, die möglichst alle tragen können. Und genau dieses Problem wird aus auch auf hörere Ebene geben.


    Wie auch schon "Maxi" schrieb, beide Seiten müssen zu Kompromissen bereit sein.


    Ich bin nicht das Sprachrohr der Präsidiums oder irgend eine anderen Gruppe, ich habe aber in diesem Fall Verständnis für die gemachten Überlegungen. Wenn wir nun alles vereinfachen Neuzüchtungen, EU-Rassen ect, haben wir bald 1000 Rassen und Farbenschläge und wie sollen die ordentlich gezüchtet werden, wenn es dann villeicht nur noch 30 000 Züchter oder weniger gibt?


    Eines wundert mich aber doch bei diese ganzen Diskussion, obwohl es wahnsinnig viele Mitleser gibt, beteiligen sich nur recht wenig aktiv an diesem Tread. Interessiert es so wenige oder trauen sie sich nicht zu schreiben?


    Gruß Kai

    Fehler machen ist menschlich,
    dazu stehen zeugt von Größe,
    wer sie nur bei Anderen sucht, tut mir nur Leid.

  • Lieber Kai,


    gerade weil ich überzeugt bin, dass Du Dich nicht instrumentalisieren lässt, habe ich die Formulierung so gewählt und mit einem lachenden Teufel versehen, um zu signalisieren, das dies als Scherz gemeint ist, sorry, wenn Du es falsch verstanden hast, es war nicht gegen deine Person gemeint - soweit solltest Du auch mich kennen ;)


    Wir liegen auch inhaltlich gar nicht so weit auseinander - Deine Verwunderung bzgl. der wenig aktiven Beteiligung zu diesem Thema unterschreibe ich blind -,


    in einem allerdings unterscheiden wir uns deutlich, sicher auch auf Grund unserer unterschiedlichen Lebenserfahrungen:


    Während Du versuchst, bereits inhaltlich in die Thematik einzusteigen,
    versuche ich erst mal die beiden unterschiedlichen Meinungsvertreter an einen Tisch zu bekommen.
    Ich persönlich weiß nicht, ob ich letztendlich beurteilen kann, was richtig oder falsch ist,
    ich weiß aber, dass wenn man über Themen spricht und Argumente austauscht, recht schnell ein klares Bild entsteht.
    Meine Aufforderung an das ZDRK-Präsidium, hier mitzudiskutieren, war ehrlich und ernst gemeint, die Herren hätten sich unendliche Pluspunkte einheimsen können.
    Was hätte denn schlimmes passieren können ?
    Genauso wir wir hier versuchen fair und konstruktiv miteinander umzugehen, täten wir dies auch mit den hohen Herren, die Zahl der Beteiligten würde glaube ich auch nicht erheblich steigen.
    Sollten einige Spitzen verteilt werden - mein Gott, wir sind doch keine Mimosen :evil:


    Wer sich der Öffentlichkeit stellt hat immer die bessseren Karten, zumindest wenn man von gleichberechtigten Diskussionspartnern ausgeht.
    Wer aber meint, alles aussitzen zu können - Dr Kohl hat dies ja 16 Jahre lang erfolgreich vorgemacht-, besitzt entweder eine unglaubliche Arroganz oder aber meint, er sei unangreifbar.
    Wenn man sich da nicht nur mal irrt ....... :evil:


    Was wir wollen ist doch eigentlich ganz einfach:
    Wir wollen einen starken Dachverband ZDRK, unter dessen Schutz alle Interessenten der Kaninchenzucht sich wiederfinden können mit vielen Mitgliedern und dem Anspruch als Mitentscheidungsorgan im Tierschutz, eigentlich ganz einfach.
    Ob es dazu Untergruppierungen bedarf oder vielleicht sogar alles viel einfacher ist, als wir jetzt noch alle denken ,wissen wir nicht, weil wir darüber noch gar nicht geredet haben.
    Lösungen entwickeln sich mit dem Austausch von Argumentationen, wenn alle Seiten zielorientiert an die Sache herangehen.


    Ich freue mich auf weiteren anregenden und freundschaftlichen Austausch mit Dir.


    mfg Peter

  • Hallo Kai,


    warum beteiligen sich so wenige?


    Was sollte ich z. B. dazu hier schreiben, wo ich noch auf ein Wunder warte unseren Verein wieder zu vereinen.
    Ich glaube es ist das selbe Problem wie im ganzen Verband alt und jung!


    Zu der Thematik Neuzucht sage ich nichts, aber Streichung von Rassen ist mir unverständlich. Irgend jemand schrieb ja schon, wenn ich altTiere im Stall habe und erst nach mehreren Jahren wieder Junge anmelde ist die Rasse eventuell gestrichen, das darf ja wohl nicht sein.


    Gewinnung neuer Mitglieder ist ja wohl das Hauptproblem, nur wie an das Problem rangehen? Werbung kostet Geld und woher kommt es? Wer unterstützt heute noch Kaninchenvereine? Ich denke da muss der Verband helfen und nicht die Ortsvereine im Regen stehen lassen.

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