Leserbrief von Walter Hornung

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  • Hallo, über die Gleichberechtigung unter Kaninchenzüchtern könnte man sicher stundenlang diskutieren. 1 Jahr in einer gemischtgeschlechtlichen Zuchtgemeinschaft liefert da schon eine Fülle von Negativbeispielen...aber das ist hier irgendwie am Thema vorbei.


    Gravierender finde ich an den Zeilen, dass es denen in die Tasche redet, die denken nur Funktionärsneuzuchten hätten eine Chance. Hier in Südbaden, wahrscheinlich auch anderenorts, hört man diese Meinung zur angeblichen "Vetternwirtschaft" sogar von Preisrichtern. Es kann eigentlich nicht sein, dass Herr Hornung davon keine Kenntnis hat. In dem Licht ist dieser offene Brief einfach unüberlegt... und dass er ihn überhaupt schreiben und veröffentlichen muss ist für mich ein weiteres Zeichen, dass im Verband was mit der Kommunikation nicht stimmt:


    Julia, ja es wäre interessant genauer zu wissen wie das alles läuft. Ich wusste bis vor einigen Tagen auch noch nicht, dass die LV´s soweit autark sind, dass sie selber entscheiden können, ob die einen Antrag überhaupt weiterleiten. Mir war klar, dass sie sich sowohl unterstützend oder ablehnend zu dem Antrag äußern können, bloß nicht dass sie ihn auch dann zurücksenden können, wenn ein Züchter die Anforderungen zur Neuzucht erfüllt. Man lernt eben immer dazu.


    Das ist leider symptomatisch dafür...man muss sich Informationen mit der Lupe zusammensuchen und fühlt sich irgendwie immer unaufgeklärt. Es schwingt immer wieder mit, dass die Züchter das Gefühl haben, mit der Spitze des Verbandes gar nichts zu tun zu haben...das sind halt die "Großkopferten" und da kann man eh nichts erwarten. Nur, weil wir ein Bürokratie liebendes Völkchen sind, müsste man das im Hobby der Kaninchenzucht nicht auf die Spitze treiben. Offenere, einfachere Erklärungen und das eine oder andere Zeichen, dass die ZDRK Spitze doch noch den Finger am Puls der Vereine hat, würden wahrscheinlich schon viel helfen (so sehen das nur die Vereine, in denen die Zuständigen selbst Mitglied sind). Es kommt einfach sehr wenig "unten" an. Man kennt sich in seinem Verein aus und hoffentlich noch in seinem Kreisverband...aber schon wenn es auf LV Ebene geht gibt's oft Schweigen einerseits und Rätseln andererseits.


    Verständliche, leicht aufzufindende Bestimmungen, nachvollziehbare Kommunikation von zugelassenen und abgelehnten Anträgen (nicht in Pseudobeamtendeutsch sondern von vorne rein für jeden gut lesbar), mehr Durchlässigkeit für zeitnahe Kommunikation zwischen Hauptgremium und Einzelzüchter ohne zig Umwege in KV und LV und es gäbe ganz bestimmt weniger Missverständnisse bzw. Ärger...und auch weniger persönliche Angriffe. Aber wenn mans erst soweit kommen lässt, dass viele meinen, der Fisch stinke von Kopf her wird der Unmut halt irgendwann laut. Bei den Neuzuchten trifft das eben besonders Herrn Hornung, bei anderen Themen andere Zuständige.


    Ob da Lösungen in Sicht sind? Keine Ahnung...denn man weiß ja leider nicht so genau womit die ZDRK Spitze sich eigentlich befasst.


    Transparenz, Transparenz, Transparenz...und vielleicht noch ein guter PR Berater wären vielleicht eine Wunderkur.

  • Guten Morgen,


    Lieber Kai, 2 Dinge zur Klärung:


    1. Ich habe persönlich nichts gegen Herr Hornung, erwarte aber in seiner Funktion mehr Klarheit - das "Fähnlein des Aufrechten" darf nicht zum "Fähnlein im Winde " werden.


    2. Mit einem neuen Vorstand wurden ja auch andere Vorstellungen in Richtung "Transparent und Offenheit " geknüpft - bis jetzt Fehlanzeige- wie lange sollen die engagierten Kreise des ZDRK noch warten ????



    Liebe Anja,


    versuchen wir doch einfach mal ein Modell zu entwickeln, direkt hier am PC, wobei ich die Ziele und Items einfach mal aus den bekannten Gegebenheiten greife.


    Hauptziele:


    1.-Erhalt und Stärkung der Organisation ZDRK nach außen und innen - dürfte wohl das Leitthema sein


    2. - Optimale Organisationsstrukturen - damit ist nur die Organisation deutschlandweit gemeint, sondern auch die Organisation der VertreterInnen in den Vorständen sowie die Organisation des Ausstellungswesens.


    3.-Die inhaltliche Umsetzung der Vorgaben von UNT-Schutz und Erhalt der genetischen Vielfalt der Rassen unter TSchG-Aspekten.


    Mögliche Items könnten sein:


    1.- Mitgliederwerbung und Öffentlichkeitsarbeit als Leitthemen


    2.- Organisation praxisnah und nachvollziehbar für alle mit möglichst geringem Personalaufwand.


    3.-Klärung der genetischen Zusammenhänge zwischen den gezüchteten Rassen , deren Stabilisierung und Ausrichtung auf Haltung und Zucht.


    Kommen jetzt unklare Fragestellungen, werden diese auf die Grundziele bzw. Items überprüft und daran gemessen.


    Die Fragestellung "Neuzüchtungen" könnte dann folgendermaßen aussehen ( in Klammern der jeweilige Bezug):



    1. Jedes Mitglied des ZDRK kann einen Antrag auf Neuzüchtung bzw. Anerkennung einer ausländischen Rasse /Farbenschlag stellen.


    2. Der Antrag muss schriftlich eingereicht werden, die Beschreibung muss sehr detailliert und korrekt sein, die genetischen Grundlagen müssen klar angegeben werden, Bilder, Dokumente und gegebenenfalls Fachartikel müssen beigefügt sein. Bei bereits im Ausland anerkannten Rassen/Farbenschlägen genügt die Standardbeschreibung des Ursprunglandes.


    3. Die Anträge werden von der Standardkommission unter Beteiligung von Biologen/Genetikern geprüft und beantwortet, diese legen auch den Start der Neuvorstellungen fest - in der Regel im Folgejahr.


    4. Abgelehnte Anträge können nach 2 Jahren ( 2013 abgelehnt, 2015 neu ) wieder vorgelegt werden, die Mängel müssen explizit behoben sein.


    5. Angenommene Neuzüchtungen müssen 5 Jahre lang ununterbrochen - eine einmalige Unterbrechung ist unerheblich, sofern sie begründbar aus nicht züchterischer Problematik erwachsen ist- ausgestellt werden auf mindestens 1 Bundesschau und einer LV-Schau.


    6. Es müssen pro Schau mindestens 20 Tiere vorgestellt werden , deren Prädikat sich nach 3 Jahren zu 30%, nach 4 J. zu 40% und nach 5 J. zu 50% im sg-Bereich bewegen muss ( min. 7, 8 bzw. 10 Tiere).



    Muss jetzt kurz unterbrechen, nachher geht es weiter.


    mfg Peter

  • So, weiter:


    7. Nach 5 Jahren wird die Rasse/Farbenschlag anerkannt, soweit die vorgenannten bedingungen erfüllt sind.


    8. Nach weiteren 5 Jahren und der permanenten Präsenz von min. 20 Tieren auf 4 überregionalen Ausstellungen erfolgt die Aufnahme in den Standard.


    9. Wird diese Bedingung unter 9. nicht erfüllt und es gibt dafür keine schlüssige Erklärung wird die Anerkennung aberkannt, Neuvorstellung frühestens nach 5 Jahren erneut möglich.


    10. Die Standardkommission behält sich vor, die Rassen/Farbenschläge gegebenenfalls anderen Rassen zuzuschlagen bzw. zu Benennen, sofern die Überprüfung genetische Gleichheiten ergeben.



    Ja, so könnte so ne Regelung auf einer DIN-A-4 Seite aussehen.


    Jedes Mitglied des ZDRK kann beantragen, es gibt keine Reglementieren außer der exakten Darstellung mit allen Fakten und den Mindestzahlen sowie den Qualitätsstandards.


    Die Standardkommission prüft streng nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten ohne Berücksichtigung der Person neutral, die Aktualität bzw. Attraktivität der Rassen /Farben entscheiden die Züchterinnen.


    Ich habe aus Zeitgründen die Bezüge mal weggelassen, können aber gerne nachgefragt werden.


    Eine Möglichkeit....., bei anderen Vorgaben kann man andere Schritte erarbeiten.


    mfg Peter

  • Hi,


    dazu zwei Gedanken, da wären ja mehr, aber die Zeit: :D


    Erstens, warum muss eine Rasse bzw. ein Farbenschlag überhaupt gestrichen werden. Man hat ja bis jetzt mit den "Karteileichen" ganz gut gelebt. Diese beanspruchen übrigens auf einem Blatt Papier nicht mehr als ein paar Buchstaben. Wer das Neuzuchtverfahren durchhält, zurzeit kann es ja über zehn Jahre dauern (Zwergsatin rot), züchtet die Rasse auch nachher, wenn nicht persönliche Umstände dagegensprechen.


    Zweitens, die "genetische Überprüfung" - ich sehe auf Seiten des Zuchtverbandes niemanden, der in der Lage ist eine derartige Überprüfung, sei es nun über klassische oder molekulare Genetik, durchzuführen. Diese müsste außer Haus vergeben werden. Zurzeit gibt es nur eine Person, die auf diesem Gebiet publiziert. Der Mann wäre wohl bereit derartiges zu machen, vor allem wenn's es sich um eine interessante Fragestellung handelt, aber am Ende des Tages kostet er Geld. Und wenn's bloß die Materialien sind! Also, ... *kopfkratz*


    "Keep it simple!" Streich' von deinem Vorschlag noch was runter, dann wird's einfacher und überschaubarer, denn - nur als Beispiel - diesen Punkt


    Zitat

    Nach weiteren 5 Jahren und der permanenten Präsenz von min. 20 Tieren auf 4 überregionalen Ausstellungen erfolgt die Aufnahme in den Standard.


    erfüllt so manche anerkannte Rasse nicht!


    MfG Manfred

  • Hallo Manfred,


    man kann sogar alles streichen und was ganz neues kreieren, um das geht es nicht....


    Ich wollte Anja lediglich beispielhaft zeigen, wie man aus Zielen und schlüssigen Items Fragestellungen bearbeiten kann...., das war ihre Bitte :)


    Inhaltlich kann man daran sicher noch arbeiten, mir war allerdings wichtig, einen Weg aufzuzeigen zwischen Mitgliederwerbung und Neuzüchtungen - deshalb auch die Hürden zu Beginn tief und dann nach Anerkennung vor Aufnahme in den Standard hoch - da können die Züchterinnen nämlich selbst entscheiden, ob sie sich interessieren oder nicht -> der ZDRK gibt den Spielraum weiter an selbstbestimmende Mitglieder, das wäre für mich ein scharmante und stimmige Variante.


    Zur "Genetik" - mehr Mitglieder sichern die Einnahmen und lassen Spielraum für sinnvolle Aktionen , ich denke hier an Beispiele aus anderen Verbänden :)


    mfg Peter


  • Diese drei Hauptziele finde ich sehr sinnvoll definiert. Hier schließe ich mich an.
    Ich denke sogar, dass der erste Punkt sich automatisch ergibt, wenn die Punkte 2 und 3 deutlich bearbeitet werden, denn hier sehe ich die Hauptgründe für das Nichtnachrücken von jungen Leuten.


    Zu 2.

    • Transparenz und Direktheit müssen hier die neuen Vorgaben sein. Der Weg hoch und runter über Verein, KV, LV, Präsidium ist zu zäh und langwierig. Zu viele involvierte Personen, zu lange Zeitabstände verwässern und verundeutlichen und verhindern Innovationen und gute Gedanken.
    • Zu viele Ausstellungen buhlen um zu wenig Interessierte.
    • Der europäische Gedanke inkl. eines einheitlichen Standards muss stärker verfolgt werden. Europäische Rassen werden automatisch in allen EE-Mitgliedsländern anerkannt.
    • Neuzüchtungsanträge gehen den Weg direkt an die Standardkommission. Die Auflagen werden deutlich runtergefahren. Jedes Mitglied kann an Neuzüchtungen arbeiten. Keine Zulassung oder Ablehnung von Neuzuchtanträgen wegen persönlicher Vorlieben bzw. hypothetischer Erfolgsprognosen.
    • Keine Streichung von bereits anerkannten Rassen oder Farbenschlägen
    • Mehr gelebte Offenheit bezüglich bestehender Rassen aus Hobbyzuchten und aus dem Ausland.

    zu 3.

    • Deutlich stärkere Betonung des Tierschutzgedanken, dies auch in die Praxis übernommen und gelebt.
    • Klareres und konsequenteres Vorgehen bei Verstößen gegen das TSchG bei gleichzeitiger stärkerer Publikation (z.B. in dem Verbandsorgan Kaninchenzeitung) vorbildlichen Umgangs mit dem Tier und moderner Haltung.
    • Kritisches Überprüfen bestehender Haltungssysteme im Hinblick auf die Wandlung des Verständnisse zum Tier in der heutigen Zeit.

    Meine spontanen Ideen dazu


  • Hallo Carola
    Ich stimme Dir in allen angesprochenem zu. Es läuft wirklich nicht alles Rund im ZDRK! Wenn Du aber siehst, wie sich so mancher Großkopferter wirklich den Arsch aufreißt, damit alles seine Ordnung hat wie ich auf der Bundeskaninchenschau in KA beobachten konnte , würde Deine Meinung über vieles gemäßigter ausfallen. Ich neige auch dazu , mit aller Macht uns sonst noch was einzuschlagen :angel: aber Sie meinen es nur gut.Das ist ihre Meinung und so handeln Sie auch. Wir JUNGEN müssen uns sputen, das wir die älteren und änderst DENKENDEN ablösen. Das ist der Weg den wir gehen müssen.HV GRUNDLAGEN sind vorhanden, aber WIR sind die Zukunft.


    MfG Efi

  • Hallo
    Sorry, das sollte aber nicht so gemeint sein das ich jung gegen alt aufhetzen möchte so wie aktuell in der Gesellschaft und der Politik geschieht. Der ZDRK sollte sich nicht selbst runter wirtschaften wie das bei der SPD der Fall ist. Die SPD galt als Arbeitervertreter durch die sich Bismarck gemäßigt sah die gesetzliche Rente einzufürhren. Und HEUTE! !!??? Die GROKO wird es uns noch zu Tage fördern. Erwin hat alles in der Hand als Europa und Deutschland Chef.
    Eine bessere Gelegenheit alles in die vernünftigen Bahnen zu lenken bekommt nicht jeder im Leben. Bei Walter H bin ich mir nicht sicher ob er das selbst glaubt , was veröffentlicht wurde. Ich muss mir erst über ihn eine Meinung bilden.
    MfG Efi

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