Rasse des Monats März 2012 Farbenzwerge weißgrannenfarbig havannafarbig

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    Farbenzwerge weißgrannenfarbig havannafarbig

    Ein Bericht von Peter Arndt

    Wenn man sich mal überlegt, dass die Farbenzwerge wg.-hav. eigentlich schon seit 1951 bekannt sind, ist man doch sehr verwundert, dass es sie so wenig gibt. Doch dieses „Problemchen“ haben sicherlich eine ganze Reihe von Züchtern. Nun möchte ich mich daher im Rassebericht des Monats mal mit meiner Rasse den FbZw weißgrannenfarbig havannafarbig auseinander setzen. Jedoch kommt auch dieser Bericht nicht ohne ein wenig Vorgeplänkel aus.
    Mit den Kaninchen hat es bereits im Kindesalter angefangen. Hier hatten wir Großchinchilla, die hauptsächlich zur Fleischaufzucht gedacht waren, aber trotz ihrer Gewöhnlichkeit dennoch etwas Interessantes hatten. Also wurde zuerst versucht im Kleinen die eigene Zucht zu optimieren und immer mehr wurde unbewusst auch auf Typ, Fell und dem Aussehen allgemein Wert gelegt. Daher musste eine Vereinsmitgliedschaft her, um einen Austausch zu finden. Doch das war gar nicht so einfach, daher blieb es beim Hobby. Einige Jahre später wurde dann durch Zufall mal eine Ausstellung besucht, die etwas weiter weg war und nicht nur die „gewöhnlichen“ Rassen zeigte.
    Da waren sie nun. Die Farbenzwerge weißgrannenfarbig havannafarbig, so will es der Standart. Es waren jetzt nicht die super Tiere, aber sie fielen auf. In Vergessenheit geraten, wurde daran nicht weiter festgehalten, dies jedoch immer wieder im Hinterkopf behalten, bis es dann irgendwann doch soweit war diese Tiere anzuschaffen. Die Farbenzwerge havannafarbig, zwar auch selten, aber auch eher zu gewöhnlich, die bis dato 50% unserer Boxen einnahmen wurden mit der Räumung konfrontiert und ein geeignetes Zuchtpaar weißgrannenfarbig havannafarbig organisiert. Auch das war gar nicht mal so einfach. Durch halb Deutschland ging die Reise, bis endlich die geeigneten zwei gefunden wurden. Sie mussten zwar gefallen, sollten aber auch schon gewisse Merkmale mitbringen, damit man jetzt nicht komplett bei Null steht, denn es geht ja immer noch um anerkannte Rassezucht. Also wurde mit den ersten beiden fleißig verpaart und über 1,5 Jahre später war es dann soweit, dass man der Meinung war, es sind zwar keine „Granaten“, aber blamieren wird man sich jetzt auch nicht, daher ging die erste Zuchtgruppe auf die Kreisschau. Erst mal im Kleinen beginnen, bevor man sich Großes traut. Denn noch immer war man nicht zufrieden, es gab aber noch nicht viel besseres in der eigenen Zucht zu vermelden.
    Hier ein Bild der ersten beiden Zuchttiere.
    Keiner von uns hat erwartet, dass man auf der ersten Kreisschau mit dieser Rasse etwas erreicht. Man wollte nur Präsenz zeigen und sich den Kritikern, auch aus den eigenen Reihen stellen, um letztendlich Erfahrungen und Tipps von alten „Hasen“ und Preisrichtern zu sammeln. Das gelang auch.
    Aus Mangel an Ausstellungstieren in den verschiedenen Rassen in Sachen Farbenzwerge wurden kurzer Hand einfach alle Farbenzwerge zusammen gewürfelt und ein Kreismeister nur für Farbenzwerge ermittelt. Immerhin gab es 8 sehr ansehnliche und erfahrene Konkurrenten. Okay, dachten wir, dass war es dann. Wir haben bestimmt 1-2 b, weil wir so die „Gesamtpakete“ noch nicht hatten und es einige augenscheinlich bessere FbZw gab. Aber dem war nicht so. Nicht nur, dass wir unsere eigenen Farbenzwerge havannafarbig, die wir letztmalig noch ausgestellt hatten, überholt haben, sondern auch alle anderen Farbenzwerge, die ausgestellt waren, gar einen Züchter, der schon mehrmals auf Landes- und Bundesschauen ausstellte. Sprich, wir haben das Ding gewonnen. Die alten Züchter waren sauer auf die Umwelt und die Preisrichter, wir waren stolz, der ganzen Arbeit auch wegen. Also „leckten wir Blut“. Wir kauften noch zwei Zuchttiere dazu, die uns zusagten und machten mit den Jungtieren der ersten Linie noch eine zweite auf. Obwohl unser erster Rammler nicht der schönste war, hatten wir dennoch Glück mit der Vererbung und konnten uns nunmehr langsam unter Gleichgesinnten sehen lassen. Es folgten weitere Schauen und u.a.,als vorläufiger Höhepunkt die Bundesschau 2011 in Erfurt. Wir hatten da zwar ein nb und auch den Rest der Sammlung eher dürftig bewertet, aber wir selbst waren sehr zufrieden, zumal wir auch die bundesweite Konkurrenz sehen konnten und da entschied wirklich nur „Preisrichterglück“, auch wenn die Punkte dies nicht zeigen konnten. Unsere Tiere gingen danach weg wie „warme Semmeln“ und das Telefon stand auch wochenlang nicht still. Wir hätten gefühlte 100 Tiere verkaufen können, auch an renommierte und sehr erfahrene FbZw weißgrannenfarbig havannafarbig Züchter im Umland. Das machte stolz und daher bestärkte uns das in unserer Zucht und wir machten fleißig weiter!

    Doch genug zu unserer Geschichte, befassen wir uns mit der Rasse selbst:
    Geschichte:


    Im Grunde muss man sich, wenn man einen Standart verfolgt, bei dieser Rasse die Farbenzwerge und die Weißgrannen allgemein ansehen , daher ist es interessant die Geschichte der Farbenzwerge zu beleuchten. Dazu ein ganz kurzer Ausflug:

    Die Rasse der Farbenzwerge wurde 1940 als "Kleurzwerge" in Holland anerkannt. 1956 wurden sie leicht verändert, was das erlaubte Gewicht anging, auch in Deutschland in den Standard aufgenommen.

    Die Farbenzwerge ist die kleinste, in Deutschland anerkannte Kaninchenrasse. Das optimale Gewicht eines ausgewachsenen Zuchttieres bewegt sich zwischen 1100 und 1350 Gramm. Kleine Gewichtsabweichungen nach oben und unten sind zulässig, werden auf Ausstellungen jedoch mit Punktabzügen gestraft.

    Typisch für einen Farbenzwerg sind die sehr kurzen Ohren, die auf einem bulligen und runden Köpfchen sitzen. Auffallend sind auch die großen Augen, sowie der kurze, gedrungene Körper. Diese Merkmale weisen schon die Jüngsten auf, so dass daran ein echter Zwerg schon im zarten Jugendalter von anderen Kaninchen zu unterscheiden ist. Oft haben gerade die in Tiergeschäften und Baumärkten angebotenen, angeblichen „Zwergkaninchen“ schon deutlich zu lange Ohren, so dass man davon ausgehen kann, dass die Tiere bald nicht mehr in den dazu gekauften Käfig passen.

    Farbenzwerge gibt es in nahezu allen Farben. Am häufigsten sind weiße Tiere (die sogenannten Hermelin) sowie graue und auch schwarze vertreten. Die havannafarbigen Zwerge gibt es noch nicht so häufig, so dass es hier züchterisch noch einiges zu tun gibt.
    An ihnen ist besonders die schokoladenbraune Farbe hervorzuheben, die ihnen vom Havannakaninchen angezüchtet wurde. Außerdem sind die braunen Augen auffällig, die bei einem günstigen Lichteinfall rot leuchten.

    Doch wie kommt es zu den Weißgrannen?

    Die heutigen weißgrannenfarbigen Kaninchen sind aus den Chinchillafarbigen hervorgegangen, dies ist nicht überraschend, da die Weißgrannen schwarz bis auf ein Gen mit den chinchillafarbigen Kaninchen erbgleich sind. Im Jahr 1949 fand die Züchterin Käthe Geißler aus Bad Klosterlausnitz / Thüringen in einem Kleinchinchilla-Wurf zwei schwarze Jungtiere mit weißen Lohabzeichen. 1951 stellte sie in Gera die ersten Tiere damit aus. Bei den Weißgrannen ist, im Gegensatz zu den Chinchillafarbigen die Bänderung der Einzelhaare unterdrückt, die Körperzonierungen werden jedoch noch ausgebildet. Verantwortlich hierfür ist der Lohfaktor.
    Zitiert von http://www.haferbuschzwerge.de unsere eigene Homepage



    Preisrichterliche Betrachtung Farbenzwerg weißgrannenfarbig havanna

    1. Gewicht
    Bei den Farbenzwergen im Allgemeinen gibt es eine relativ breite Spanne in den einzelnen Farbenschlägen. Das liegt zum einen an den durch gezüchteten Farbenschlägen, wie zb wildfarben oder schwarz, die kaum Probleme hier zeigen. Bei den weniger durch gezüchteten Farben, zu denen auch die wghav gehören, trifft man doch schon immer wieder mal Gewichte an, die eher am oberen Gewichtsrahmen sind.
    2. Körperform, Typ und Bau
    Hier ist ein Zusammenhang festzustellen mit den höheren Gewichten und- in verschiedenen Zuchten- immer wieder zu sehenden etwas großrahmigen Tieren. Damit tritt bei diesen Tieren auch die vom Standard geforderte gedrungene Walzenform noch nicht so in Erscheinung.
    3. Fellhaar
    Bei den Farbenzwergen lohfarbig havanna ist die Position Fellhaar eine recht ausgeglichene Position. Selten werden Tiere gezeigt die zu größeren Punktabzügen in dieser Position Anlass geben. Diese haben dann aber eher das Problem der fehlenden Unterwolle oder sie sind etwas länger im Haar.
    4. Kopf und Ohren
    In dieser Position ist die Kopfbildung nicht unbedingt das Problem. Die Ohrenlänge gibt hier vielmehr häufiger einen Grund für Punktabzüge. Durch den höheren Gewichtsrahmen in vielen Zuchten und die häufiger anzutreffenden großrahmige Tiere sind auch in dieser Position immer wieder Punktabzüge festzustellen. Auch sind immer wieder Tiere mit etwas faltigen und dünnen Ohren zu sehen.
    5. Kopf- und Rumpfzeichnung
    In dieser Position sind alle lohfarbigen Merkmale der Kopf- und Rumpfzeichnung dieses Farbenschlages zusammengefasst. Wenn es zu nennenswerten Punktabzügen kommt, dann sind es häufig die Augenringe oder die Naseneinfassung, die Anlass zur Kritik gibt. Auch die Intensität der Bauch und Brustlohe ist häufig nicht so intensiv wie bei den schwarzen FbZw loh.
    6. Farbe
    Selbstverständlich sollte es sein, das die Tiere keine Punktabzüge durch weiße Haare bekommen. Es tauchen aber immer wieder mal Tiere auf, die lohfarbige Haare auf dem Rücken hinter dem Nackenkeil zeigen. Auch dieses ist ein Fehler, ebenso wie die immer wieder zu sehende melierte Naseneinfassung.
    Bei dieser Rasse haben wir es mit folgender Erbformel zu tun:
    achiBcDg0DW/achiBcDg0dw
    Schauen wir uns diese Erbformel genauer an, fallen einem einige Besonderheiten auf, die man nicht bei vielen Rassen findet.
    In diesem Fall fangen wir einmal hinten an, diese Erbformel aufzuschlüsseln.
    DW/dw sorgt für den Zwergenwuchs bei dieser Rasse. Bei der Verpaarung von Kaninchen mit Zwergengen ist zu beachten, dass man nur „Typenzwerge“ mit langohrigen, größeren Tieren verpaaren sollte. Bei der Verpaaarung von „Typenzwergen“ untereinander könnten unter den Nachkommen aus Trägern des doppelten Zwergengens DW/DW geboren werden. Diese Tiere sind wesentlich kleiner und nicht lebensfähig! Aus diesem Grund ist eine solche Verpaarung nicht zulässig!
    Kommen wir zu den farblichen Besonderheiten dieser Rasse.
    Der „Lohfaktor", der mit
    go dargestellt wird.
    g0/g0 ist als genetischer Zwischenschritt anzusehen. Dabei wird die Einzelhaarzonierung der Wildfarbe G/G unterdrückt und wir erhalten die Grundfarbe mit einfarbigen Haaren. Nur noch in den Wildfarbigkeitszonen sind andersfarbige Haare möglich.
    Durch die Wandlung von
    C/C zu c/c wird das schwarze Pigment reduziert und es entsteht der Braunton, die Havannafarbe.
    Nach der bisher erklärten Veränderung hätten wir einen Farbenzwerg lohfarbig-havanna erreicht. Nun fehlt noch eine Besonderheit, damit wir es mit einem weißgrannenfarbigen Tier zu tun haben.
    Durch den Chinchillafaktor achi/achiwird der Gelbfaktor
    y unterdrückt und die Körperhaarzonierung bleibt weiß.
    Wir bedanken uns bei Peter Arndt für diesen Bericht und für die Fotos. Weiterer Dank gilt dem RKZ-Team für seine Mitarbeit. Das Copyright liegt bei den jeweiligen Verfassern und beim Rassekaninchenzuchtforum e.V. Die Rechte der Grafiken liegen bei Trägerverein Rassekaninchenzuchtforum e.V. Weitere Ergänzungen, Meinungen und Bilder zum Rassebericht bitte an webmaster@rkz-forum.de. Wir weisen nochmals ausdrücklich darauf hin, dass die Bilder, Texte und Grafiken bestimmten Rechten unterliegen, und dass wir Copyrightverletzungen strafrechtlich verfolgen lassen werden.

    (C) 2012 Rassekaninchenzuchtforum e.V.

  • Hi,


    im Gegensatz zum Lohkaninchen weisen Weißgrannen und all ihre Abkömmlinge eine Bauchunterfarbe auf. Diese fehlt bei den erstgenannten. D.h. Lohkaninchen werden mit, Weißgrannen ohne Breitbandfaktor gezüchtet. Den Hinweis auf die Intensität der Brustlohe bei den weißgrannenfarbigen Tieren im Vergleich zu den lohfarbigen Tieren hätte man sich sparen können. Der Grund ist ein einfacher, er trägt nicht zum Rasseverständnis bei und irritiert die Züchter. Im Gegensatz zum lohfarbigen Tier wird beim weißgrannenfarbigen eine relativ dunkle Brust verlangt. Das bestätigen auch die im Bericht abgebildeten Tiere.


    MfG Manfred

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