Beiträge von Henry Majaura

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    Da gibt es den Antrag aus dem LV Kurhessen, der in die Geschichte der letzten Jahre nicht unbedingt als der progressivste eingegangen ist. Wir wollen unseren Verband retten, indem wir uns jeder Entwicklung verschließen.


    Großartig!


    Heureka, Carramba und Hurra!


    Folgender Wortlaut steht im Antrag:
    "Neuzüchtungsversuche werden zum Schutz der bestehenden Rassen im Zeitraum vom 1.7.2017 - 1.7.2022 nicht mehr zugelassen."
    Wie jetzt: Schützt man alte Rassen, indem man neue verbietet? In welchem Film befinde ich mich? Es ist doch der größte Irrglaube aller Zeiten, dass man Entwicklung verhindern kann, indem man bestehende Verhältnisse konserviert. Im Gegenteil: Wer konserviert verschließt sich jeder Entwicklung, gerät in Stagnation und driftet unmittelbar in die Bedeutungslosigkeit ab.
    Viele der neuer Rassen sind ja nicht neu. Während man neue sog. wirtschaftliche Rassen noch bis über die Jahrtausendwende begeistert im ZDRK aufnahm, haben wir als Verband es verschlafen, die Entwicklung der Kaninchenzucht zu verfolgen, die sich außerhalb abspielte, aber dem Marktgedanken folgte, wie das bereits vor 80 Jahren der Fall war. Damals war man aber wach und offen für alles neue. Rex,- Marder und Fuchskaninchen würden anderenfalls heute nicht unseren Standard bereichern. Das Phänomen der neuen Rassen, man möge sie abfällig als Modeerscheinung abtun, ist ja nicht neu. Bereits ab 1990, spätestens ab der Jahrtausendwende hätten aufmerksame Funktionäre unseres Verbandes erkennen müssen, dass sich eine neue, vom Heimtiergedanken geprägte Züchterschaft etabliert, die ihre Rex-Zwergwidder, Satinzwergwidder, Löwenköpchen, Löffelohr-Zwerge, Cashmere-Zwerge und Widder etc. leidenschaftlich züchtet. Bereits damals hätte man alle Tore für sie öffnen müssen. Das Verfahren hätte seinerzeit viel vereinfachter durchgezogen werden können, die Akzeptanz wäre, wie nach dem Etablieren der Farbenzwerge und Zwergwidder in den 1960er und 1970er Jahren, beide in kunterbunt, schnell da gewesen und die Rassen würden heute ihr 20jähriges Bestehen feiern.
    Was aber hatte man ihnen zu entgegnen? Arroganz und Überheblichkeit. Brauchen wir nicht! Basta! Und ihre Züchter brauchten wir auch nicht. Die Wiedervereinigung hatte uns schließlich die Rekord-Mitgliederschaft von 200.000 eingebracht. Da sollten wir uns nach außen orientieren? Wozu?
    Indem wir die neuen Rassen aus dem Heimtiersektor zulassen, öffnen wir den Verband. Es ist wahrscheinlich, dass von außerhalb Mitglieder zu uns stoßen. Im Laufe ihrer Mitarbeit kann sich die Begeisterung des einen oder anderen für eine unserer gestandenen Rassen, ggf. auch einer aus der roten Liste einstellen.
    Wie aber stellen sich die Antragsteller den Schutz der alten Rassen praktisch vor? Wollen sie ihn mit der Pistole in der Hand gegen Willen der Züchter durchsetzen? Die Konsequenz lauetet doch nur: Austritt!


    Weiter im Text der scheinbaren Begründungen:
    "Gemäß TGRDEU-Erfassung wurden im Zeitraum 2006-2015 ca. 64.000 Zuchttiere weniger von unseren Züchterinnen und Züchtern in der Zucht eingesetzt. Dies ist ein Verlust von ca. 25%. Im Bereich der Zuchten beträgte der Verlust sogar 26%! Ein ähnliches negatives Bild ist auch beim Mitgliederbestand des ZDRK festzustellen."
    Ja, das ist so. Aber verschlafene Zeiten holt man schwer wieder auf. Der Verlust an Zuchten ist doch nicht auf Neuzüchtungen zurückzuführen! Im Gegenteil. Mit ihnen erwachsen uns als Verband Möglichkeiten, dem rasanten demografischen Wandel, der im Wesentlichen aus dem weitgehenden Wegfall des Wirtschaftsgedankens in der Rassekaninchenzucht begründet ist, zu entgegnen. Was wir vor 20 Jahren verschlafen haben und was mit der Anerkennung der Löwenköpfchen neu initiiert wurde, darf nicht wieder in der Versenkung verschwinden. Nein, wir müssen das neue Gedankengut forcieren und wir müssen die Zulassungsregeln für Farbenschläge liberalisieren. Der Umstand, dass Farbenschläge wie Rassen behandelt werden ergibt für den nicht im Bilde befindlichen Züchter den Eindruck, wir würden uns im Verband nur noch um Neuzüchtungen bemühen. Dem ist nicht so. Aber die Hürden sind viel zu hoch und hoffnungsvolle Ansätze - ich erinnere hier an die Deutschen Kleinwidder weißgrannenfarbig, die in Oldenburg eine großartige Präsentation abgeliefert hatten und eigentlich anerkennungsreif waren - werden so viel zu früh abgewürgt. Der Farbenschlag könnte heute schon im dritten Jahr das Genreserviore der DKlW bereichern.


    Weiter im Antragstext:
    "Satzungsauftrag ist die Förderung von in ihrem Bestand gefährdeten Kaninchenrassen durch nachhaltige Schutz-und Sicherungsmaßnahmen. Dies ist auch ein Hauptkriterium für die Anerkennung unserer Gemeinnützigkeit"
    Gefährdete Kaninchenrassen fördert man nicht dadurch, dass man andere verbietet. Hier ist der Verband gefragt, Maßnahmen einzuleiten. Erste Erfolge wurden durch die Aufhebung der Tierzahl auf Bundesschauen bereits erreicht. Als liberal eingestellter Mensch bin ich prinzipiell gegen jede Art von Subventionen. Und solange ZDRK und DPV getrennte Kameradschaftsabende feiern, werden wir uns über weitere Ausgaben keine Gedanken machen brauchen. Aber ich denke, auch hier wird eher kurz- als langfristig Vernunft Einzug halten. Damit wir für die Zuchten der im Bestand gefährdeten Kanichenrassen eine vernünftige Förderpolitik greifen lassen können. Hier dürfen aber nur Rassen (auch in Summe der Farbenschläge), nicht aber Farbenschläge verbreiterer Rassen gefördert werden.


    Weiter im Antragstext:
    "Ein Auftrag zur Erzeugung neuer Rassen und Farbvarianten ist in der Satzung nicht ersichtlich."
    Ja, wer die Entwicklung verschlafen hat, dem fallen auch eigene Fehler nicht auf. Natürlich steht das nicht ausdrücklich in der Satzung. Aber wir haben gemäß Satzung den Auftrag, alles zu tun, was dem Fortbestand des Verbandes im besonderen und der Rassekaninchenzucht im allgemeinen dient. Wir haben die Augen offen zu halten gegenüber allem neuen, was für uns im Bestand und für die Entwicklung des Verbandes förderlich ist. Dazu gehört nun einmal auch die Rasse der Saison. Ob sie sich bewährt, entscheiden die Züchter und wenn denen der lange Atem fehlt, haben wir immer noch die SFK, die nach meiner Hoffnung eher kurz als mittelfristig das Verfahren zur Zulassung von Farbenschlägen lockern möge.


    Weiter im Antragstext:
    "Die vorgeschlagene Maßnahme dient daher zur Sicherung des Satzungsauftrages, da die Verteilung der immer weniger werdenden Züchterinnen und Züchter auf noch mehr Rassen und Farbenschläge zumindest zeitlich eingeschränkt wird."
    Gut, dazu hatte ich schon einiges gesagt. Das nützt niemanden und schadet dem Verband in direkter Weise. Null Entwicklung und null Oriantierung am Markt bedeuten für jedes Unternehmen den Absturz.


    Weiter im Antragstext:
    "Sicherungsmaßnahmen der bestehenden Rassen und Farbenschläge (gemeint ist sicherlich: ... für die ... ) - insbesondere der anerkannten alten einheimischen Rassen - sollten durch den ZDRK intensiv eingeleitet werden"
    Dazu habe ich bereits oben Erläuterungen hinterlassen. Dem gibt es auch nichts hinzuzufügen. Nur ist die Sicherung des Bestandes alter, historischer Rassen kein Bestandteil bei der Entscheidungsfindung, lasse ich Neuzuchten zu oder nicht. Deren Erhalt steht auf einem anderen Papier des ZDRK und belastet auch völlig andere Sachkonten. Ein Vermischen beider Probleme ist sachlich unbegründet und auch rechnerisch unzulässig.


    Ich
    empfehle dem Landesverband Kurhessen, sich an seine rührigen Vereine zu
    orientieren. Sie sind, zentral im Bundesgebiet gelegen, immer
    willkommene, ihererseits sehr herzliche Gastgeber, wenn es darum geht,
    zentrale Veranstaltungen aller möglichen Clubs und IGs zu betreuen und
    zu beköstigen. Wir haben uns als IG Zwergwidder-Satin im Heim des K2
    Baunatal nun bereits im zweiten Jahr sehr wohl gefühlt und kommen in
    2018 gerne wieder.


    Henry Majaura
    Sprecher der IG Zwergwidder-Satin
    (ständig Neuigkeiten gibt es unter fb: IG Zwergwidder-Satin und auf unserer HP http://www.satinzwergwidder.jimdo.com

    Kai.ich gebe dir ja in allen Punkten Recht und bin dennoch der Meinung, dass die bestehende Regelung völlig ausreicht. Nur muss die Unsicherheit mit dem Umgang mit rasseinternen Farbenschlagskreuzungen ausgeräumt werden. Sie müssen im Grunde genommen legalisiert werden. Das sind sie eigentlich, aber wie die Diskussion zeigt, gibt es gewaltig konträre Auffassungen hierzu, die denjenien, der sie in seiner Zucht anwendet, ins Abseits stellt.
    Also wirde er seine Kreuzungen offiziell verschweigen.
    Erlaubst du sie offiziell, können solche Zuchtverfahren auch offiziell im Zuchtbuch dokumentiert werden und jeder, der Tiere der Nachfolgegenerationen erwirbt ist im Bilde. Dabei gehe ich immer davon aus, dass spalterbige Dominanten nicht zur Zucht verkauft werden.
    Was aber geschieht, wenn du solche rasseinteren Kreuzungen verbietest? Es geschieht genau das, was wir als Ergebnis dessen bei einigen Rassen heute vorfinden: Woher haben die Weiß-Rexe ihren Neuseeländer-Typ?, woher haben Graue Wiener ihre fuchsige Farbe?, warum sind Schwarze Wiener heute immer noch spalterbig nach blau?
    Es wird im Verborgenen in der Genetik-Küche gebrutzelt. Das ist ja auch ganz einfach. Wer soll denn wem eine unerlaubte Kreuzung in welcher Generation nachweisen?
    Wir dürfen den Staat in seiner Regulierungswut nicht überholen wollen.
    Was offen ist, wird auch offen gehandelt und zersört den Sinn der Rassekaninchenzucht überhaupt nicht. Was aber verboten ist, wird dennoch praktiziert, bleibt aber im Verborgenen.


    Ich wünsche noch einen schönen Rest des Sonntag.


    Henry


    .

    Hier gibt es ein Zitat von Kai, datiert vom (kann ich jetzt leider nicht nachlesen weil es das System im laufenden Schriftbetrieb wohl nicht hergibt) Anfang November, der die AAB zitiert. Eigentlich wäre damit jeder Kommentar überflüssig.
    Wohl aber nicht.
    Hinweise von mir, dass schwächelnde Farbenschläge innerhalb einer Rasse durch stabile aufgebaut werden können, erfolgten bereits mehrfach in der Kaninchenzeitung. Besonders bei den DW wies ich darauf hin, dass seltene, im Fellhaar strukturschwache Farben durch die zielgerichtete Verwendung hier hochklassiger wildfarbener durchaus verbessert werden können. Und diese Hinweise erfolgten immer mit dem Verweis, dass Verpaarungen von Farbenschlägen einer Rasse ganau nach o.g. AAB-Zitat n i c h t genehmigungspflichtig sind.
    Darauf verwies auch in seinen Beiträgen Christoph Jörges, Herauszüchter der DKlW perlfehfarbig, ZwW loh, weißgrannen- und hasenfarbig. Er hatte sich allerdings diese Genehmigungen beim LV eingeholt. Wohl, um sich solcher nachfolgender und in der Sache unbegründeter Diskussionen zu entziehen oder diesen vorzubeugen.
    Wir haben uns an den Text der AAB zu halten. Dass dieser in vielen Ecken und Enden klemmt, unausgekocht und in vielen Punkten nicht schlüssig ist wissen die, die sich im Rahmen von Neuzüchtungen mit ihm besonders beschäftigen müssen.
    So kann es z.B. nicht sein, dass einzelne Landesverbände über das zentrale Standardwerk des ZDRK entscheiden. Sie können gar nicht in der Lage sein, über Neuzuchten zu entscheiden. Das muss Sache der SFK des ZDRK sein und bleiben. Den LV muss es obliegen, Anträge zu erfassen und zur Genehmigung an die Zentrale weiter zu leiten. Ales weitere überschreitet ganz einfach ihre Kompetenz.
    Zum Thema:
    Wer betrügen will, der betrügt. Wie selten sind Klagen von Züchtern Schwarzer oder Grauer Wiener über ihre bunte Nachzucht? Wie kann es sein, dass Weiß-Rexe innerhalb der letzten 10 Jahre mehr und mehr im Typ den Weißen Neuseeländern gleichen? Es wurde gekreuzt. Ohne Genehmigung, weil es dafür keine gibt.
    Wer nicht betrügen will, der setzt seine Züchterfreunde über das vergangene Zuchtgeschehen in Kenntnis. So bedient man sich innerhalb der Rasse eines hochwertigen Farbenschlages, um seine eigenen Tiere aufzubessern. Das wird man bei den Zwergwiddern im Normalfall mit wildfarbigen tun, denn ein besseres Potential an Rassenwerten gibt es woanders nicht. Alle F2 Nachkommen in der eigenen Farbe sind reinerbig und können ohne Bedenken der bundesweiten Zucht zur Verfügung gestellt werden. Jeder, der allerdings spalterbige Dominantfarben weiter veräußert reiht sich in den gerade besprochenen Kreis ein. Er betrügt.
    Zur allerletzten Klarstellung:
    Natürlich kann ich mir vorstellen, dass die Klammerbemerkung in der AAB anders gedacht war, so in etwa zur Abgrenzung von Kreuzungen unter Rassekaninchen zu landläufigen Kreuzungskaninchen.
    Im Moment aber gilt die Formulierung der AAB. Sollte diese anders gemeint gewesen sein, muss man sie auch anders formulieren. Solange das nicht erfolgt, kann ich in meinen Beiträgen, die Rasseinterne Kreuzungen von Farbenschlägen empfehlen, keinen sachlichen, fachlichen oder gar verbandsrechtlichen Fehler erkennen.
    Henry Majaura

    Zeig doch mal einen von der Seite fotogtafiert. Frontal sehen sie aus wie Angora-Spaltprodunkte aus Normalhaar, die kaum Stirn- und Ohrenbehang zeigen. In den 60er bis hinein in die 70er machten solche als Nachwehen der Kreuzungenzuchten, die im 2. WK zur Wollproduktion innerhalb der "Wirtschaftsrassen" angestellt wurden immer noch von sich reden. Ich selber kenne sowas von GrCh und WW Anfang/Mitte der 1970er.

    Danke Heidi, genauso ist das.


    Gut mit den sozialistischen Zeiten meinte ich lediglich die von mir (uns) erlebten 70er und vor allem 80er, als doch so mancher Ansatz bei uns urplötzlich Gesetz wurde. Neben dem fu/fu unter anderem auch der Faktor H/H für Wienerblau. Nönö, da gebe ich dir Recht. Unsere Zuchtrichterausbildung hatte wenigstens den aktuellen Stand der Genetik, und das war der Nachtsheim´sche zum Inhalt. ^^ Das können andere nicht von sich behaupten. Leider... :whistling:

    Hallo Kai, Hallo Heidi, Alex und die anderen sind mir jetzt entfallen, nicht aber weniger herzlich gegrüßt.


    es ist eine interessante Diskussionen aufgekommen und ich denke sie findet etwas früh statt. Die belgischen Zwergwidder-Angora die ich in Leipzig sah und von denen Kai sich einen zulegen konnte, waren ganz eindeutig Angoras. Nix mit Cashmere, Löwen und deren Keil etc. Sie hatten ein Vlies von einer Gleichmäßigkeit und auch relativer Stabilität, das ich bei Zwergrassen nie erwartet hätte. Das traf übrigens auch auf die Zwerg-Angora zu.
    Als Langhaar-Anlagen kennen wir die für Langhaar v/v für Angora (und m.E. auch Teddy)
    für Löwen M/M oder M/m
    und als Relikt aus sozialistischen Zeiten das fu/fu für Fuchs (und m.E. auch Cashmere)
    Letztere Anlage verfügt über keinen wissenschaftlichen Hintergrund und war seinerzeit eine Hypothese. Sie hat sich nicht bestätigt. Die Verpaarung aus v/v und fu/fu bringt kein Normalhaar. Fu/fu ist ledigkich eine Selektionsvariante aus v/v.
    Kai, ob es sich bei deiner Nachzucht wirklich um Langhaar handelt, werden die nächsten Wochen zeigen. Deinen Fotos zur Folge wären sie es tatsächlich vollständig über den gesamten Körper Langhaar. Und das grenzt dann an ein Wunder.
    In der Diskussion steht auch bei einigen Anlagen der Haarlänge/Haarstruktur, ob es sich in jedem Falle wirklich um vollständig dominant/rezessive Anlagen handelt. Das insbesondere beim Langhaar und auch beim Satinfaktor. Meine ersten Satinträger (geb. 22.1.2013) aus der Verpaarung ZwW chin x Satin-ZwW rot haben auch ein eigenartig feines (nicht aber glanzreiches) Fell.
    Entschluss: Beobachte weiter. ;)

    Hallo Kai, danke für deinen Beitrag. Ich hatte mir die Kameraden in Leipzig angesehen und war begeistert. Hätte man mir vorher erzählt, dass ein Zergkaninchenfell die Anforderungen an ein beinahe hochklassiges Wollvlies bieten kann, hätte ich ihn fragend angesehen... Als ich sie dann sah, war ich völlig von den Socken. Das war Angoraqualität in Verbindumg mit bestem Widdertyp. Und sie waren, wie ich an anderer Stelle schon bemerkte ein Wunder an Temperament. Das war sicher auch der Grund, warum sie in der EE-Ausgabe der KaninchenZeitung nicht per Foto erschienen, denn man kann sie nicht fotografieren. Sie halten keine Sekunde still.
    Super Entscheidung deinerseits. Ich hatte da letztens einen Löwenwidder wildfarben gesehen, da hätte man schwach werden können... Nicht jeder kann alles. Wir drücken uns gegenseitig die Daumen. Und ich bleibe jetzt bei den Satinzwergwiddern wildfarbig in der Hoffnung, sie recht bald in der anerkannten Chinchillafarbe ausstellen zu dürfen...
    Bis denne!
    :thumbsup:

    Hallo Peter, hallo alle, hallo Fred,
    als ich den Beitrag Ende des Sommers 2012 verfasste hatte ich den Euro-Standard 2012 noch nicht in der Hand... vieles im Beitrag wäre deutlicher ausgefallen.
    Erst einmal bedanke ich mich bei allen, die hier zur offensiven Diskussion beitragen. Diejenigen, die Häkchen in Nebensetzten für anschließende Zitate verweden bitte ich, zur Sache zu schreiben.
    Peter, deine Aufassung ist auch die meine und das werden dir alle Mitglieder der IG Satinzwergwidder, die regelmäßig auf unserer fb-Seite unterwegs sind bestätigen. Mit Erscheinen des redaktionell und inhaltlich völlig neu be- (ist falsch) erarbeiteten Europastandards ist eine (veränderte und erweiterte) Neuauflage des Standards des ZDRK überflüssig geworden. Wir mögen ja, wie dies unser Präsident anlässlich der Preisrichtereinweisung zur 27. EE-Schau nach typisch und traditionell deutschem Muster feststellte 85% der Aussteller in Leipzig gestellt haben. Wir waren aber nicht die einzigen und allen, die europaweit lange Wege auf sich nahmen gebührt unser Dank unter Züchterfreunden. Waren sie es doch, die uns einen kleinen Einblick dahin gewährten, was wir über 20 Jahre und länger verschlafen haben, dieses aber in unseren gemeinsamen Standard 2012 einbrachten. Wenn wir jetzt immer noch und unbedingt einen eigenen Standard brauchen, dann lasst uns die dortigen Positionen 1 und 2 tauschen und von 1 bis 7 unsere gewohnten Höchstpunkte eintragen... Fertig ist der Siegellack...
    Das was wir 20 Jahre und länger nicht gewollt, ja ignoriert haben und was sich hier insbesondere unter den Zwergrassen tat präsentieren uns jetzt in geballter Form unsere europäischen Verbände und uns droht der Überblick verloren zu gehen. Natürlich kann auch ich nicht alles gutheißen, was uns dort eröffnet wurde. Neben Kaliforniern muss es keine Großen Russen geben. Sind Nitraner und Kalifornier nicht lediglich Farbenschläge derselben Rasse? Warum benötigt Europa eine Reihe gleichartiger Großsilberrassen? Diese kann man zusammenfassen und einem einheitlichen Ziel unterstellen. Die Deutschen Großsilber haben schließlich mit Sicht auf Europa ihren Vornamen bereits aufgegeben. Dazu kommen noch Farbbezeichnungen, die mit denen der klassischen Lehre nichts gemein haben. Hier sollte man europaweit (auch in der Slowakei) etwas mehr Achtung vor den Veröffentlichungen unserer Urgesteine der Kaninchengenetik haben.
    Wir mögen der größte Verband sein, wir sind aber nicht der einzige in Europa und wir leben nicht auf der größten aber einsamsten Insel. Gerade wir haben die Pflicht unsere Augen zu öffnen und das, was sich europaweit bewährte zu akzeptieren. Da muss sich jeder befleißigen auch der, der darin auflebt, neue Regeln zu verfassen, zu verwalten und durchzusetzen. Darin sind wir ja nicht nur Europa- sondern Weltmeister.
    Ihr Geflügelzüchter werdet von unserer Seite ja ganz gern von oben herab betrachtet ...gibt mehr Farbenschläge als Züchter. Im letzten Sommer hatte ich mal solche fehfarbigen Zwerg-Brahma mit so bissl´ dunkler Querstrichung gesehen. Kannte ich nicht, obwohl ich mich auch mit den Geflügelfarben beschäftigt habe. Fahl seien sie, hatte man mir erklärt. Nun ist die Genetik der Hühner- und Taubenfarben ja wesentlich komplexer als die der Kaninchen mit unseren ca. 15 Genen in Farbe und Haarart. Dazu noch 5 verschiedene Typanlagen. Da soll es uns nicht gelingen, entsprechende Genreserven aufzubauen? Haben wir doch längst. In welcher Kombination welcher Züchter sie bevorzugt, soll doch heute bitte seine eigene Angelegenheit sein. Das hat doch aber mit Genreserven nichts zu tun. Da brauchten gelbe Zwerg-Fuchskaninchen 14 Jahre, um als Rasse anerkannt zu werden. Unglaublich! Ich beglückwünsche ihre Clubs für diese organisatorische Meisterleistung.
    Da brennt vielen von uns und vielen jungen Leuten ausserhalb unseres Verbandes einiges unter den Fingernägeln. So kam ich zu dem Beitrag im Grunde genommen wie die Jungfer zum Kind. Ich hatte auf facebook nur um schöne Fotos von den Hobbykaninchen gebeten und postwendend viele bekommen. Zu den Fotos kamen Kontakte, mails, Telefonate und ich musste dann vieles überdenken, neu ordnen und hatte das gute Gefühl, das richtige Thema aufgriffen zu haben. Dass ich damit eine Lawine lostreten würde (hatte ich heimlich gehofft) konnte ich nicht wissen. Dass in so einem aus Platzgründen begrenzten Beitrag nicht alles komplex abzuhandeln ist, darüber war ich mir von vorn herein im klaren und dazu bedarf es auch keiner Diskussion. Ich denke es ist an der Zeit dass sich alle, egal ob Züchter, Preisrichter oder Verbandsfunktionäre Gedanken darüber machen, wie und in welcher Effektivität das Europäische Standardwerk allgemein verbindlich wird und wie wir das Korsett aus Zwängen, Verordnungen und Regelungen sprengen um denen den Weg in unseren Verband frei zu machen, um die es geht: Junge Leute, deren Tiere nicht der Opa mit tätowieren lässt sondern jene, die ihre Kaninchen mit Liebe und Hingabe selbst züchten und mit Stolz und Selbstbewusstsein sehr gern auf unseren Ausstellungen präsentieren möchten. :rolleyes:

    Ich habe hier niemanden ins Anseits gestellt und auch niemanden verunglimpft. Ich habe auf die Gefahren hingewiesen und diese mit einem "kann" versehen. Und darauf, dass es auf Grund gerichteter Selektion und einem mehr oder weniger übersichtlicherem Tieraustausch möglich ist, solchen Gefahren in der Rassezucht wirkungsvoller zu begegnen als in ländlichen Haltungen oder auch vielen Hobbyzuchten, in denen eine entsprechende Beobachtung und Analyse nicht oder meist nur eingeschränkt vorliegt und ein Tieraustausch vorwiegend nach rein äußerlichen Gesichtspunkten erfolgt. Somit ist dann das Haare aufspalten von meiner Seite her erledigt... 8)

    Im Beitrag heisst es: ggf. an eineEpillepsie gekoppelt und Heidi stellt (angeblich richtigstellend) im Zitat fest: ... können sein.
    Ich denke, es ist inhaltlich dasselbe.
    Zur gewünschten Erläuterung: Als ich vor gut 20 Jahren mit der Zucht ZwW begann hatte ich anfangs blaue und weiße BA. Letztere waren damals natürlich noch schlecht. In der 2. Jahreshälfte verpaare ich immer die Farbenschläge kreuzweise, um die Häsinnen zu beschäftigen, damit sie vor Beginn der kommenden Saison nicht verfetten. Die Verpaarung ergab eine Nachzucht, die komplett wildgrau mit weißer Blesse war. Das brachte mich auf die Idee, es mit der Herauszucht holländerfarbiger Zwergwidder zu versuchen. In der 3. Genaration war es dann soweit. 5 Jungtiere in den Farben schwarz, blau, blaugrau und wildgrau zeigten eine teils beeindruckend gute Holländerzeichnung und alle hatten blaue Augen. Es war kurz vor Ostern und ich wollte meine Töchter mit ihnen überraschen. Daraus wurde aber nichts. Innrhalb von 2 Tagen krampften alle rücklings bis sie schließlich starben. Epillepsie!
    Damit ist nicht gesagt, das alle blauäugigen Kaninchen erbkrank sind.
    Damit ist aber bestätigt und Heidi folgt dem zwischen den Zeilen, dass die Möglichkeit der Erkrankung besteht. Zum Ausbruch muss sie aber reinerbig vorliegen. Da spielt König Zufall eine gehörige Rolle.
    Unsere Kaninchenrassen unterlagen alle einer Jahrzehnte langen Selektion, bei der solcherart Erkrankungen nach und nach ausgesondert wurden. Eine solche Selektion fehlt in vielen Hobbyzuchten und so kann kaum einer der Züchter die Trägerschaft latenter Erbkrankheiten ausschließen. Die Tatsache, dass diese in meiner Zucht nach Auswahl von Zuchttieren im reinen Zufallsmodell auftrat ist Beleg dafür, dass sie überall im Lande herum schwirren können und schließlich bei "passender" Verpaarung dann auch auftreten.
    Henry