Gruppengehegehaltung - Angela Khorrami

Werbepartner

Ohne_Titel_1

Neue Seite 1

  • Ich habe in diesem Thread lediglich die Themenerstellerin und ihr Tun gelobt, die ja offensichtlich erfolgreich Gruppenhaltung praktiziert.


    Und wie es halt überall so ist, wenn was nicht funktioniert, wird es totgeschwiegen. Ich habe im letzten Jahr ein Kaninchen abgegeben, das in Gruppenhaltung kam. Ich wurde eingeladen um mir das mal anzuschaun. Hab ich gemacht. Es waren zwar nur 5 Tiere, aber egal. Nach einem längeren Gespräch fiel auch der Satz: Gruppenhaltung hat ja auch den Vorteil, daß ich nicht immer ausmisten muss. Ich hätte gar nicht die Zeit dazu!! Auch ein guter Grund für Gruppenhaltung. Kaninchen halten und nicht die Zeit bzw. Lust zum ausmisten haben.


    Gruß Franz

  • :rabbit6:

    Nach einem längeren Gespräch fiel auch der Satz: Gruppenhaltung hat ja auch den Vorteil, daß ich nicht immer ausmisten muss. Ich hätte gar nicht die Zeit dazu!! Auch ein guter Grund für Gruppenhaltung. Kaninchen halten und nicht die Zeit bzw. Lust zum ausmisten haben.


    Ja ich denke, das ist die Quintessenz, die du da aus dem längeren Gespräch herausgefiltert hast ;)

  • Ja ich denke, das ist die Quintessenz, die du da aus dem längeren Gespräch herausgefiltert hast ;)


    Hallo Anna


    Klar war das für mich "das Wichtigste" (Quintessenz). Hättest aber auch ruhig so schreiben können. Bin nicht so für das"fachchinesische". ;)


    Gruß Franz

  • huhu,


    na, wenn mich jemand fragt, warum ich meine Kaninchen im Hof laufen lasse, dann antworte ich genau das Gleiche: "Habe keine Zeit und keine Lust zum Misten und zum Rasen mähen".


    Und weisst Du warum ich keine Zeit dazu habe? Ich sitze lieber mit den Viehchern auf der Wiese und streichel und beobachte sie. Zu sehen wie sie miteinader umgehen macht schon Freude und beruhigt die Nerven, wenn der Tag mal wieder stressig war. Während andere Kanichenhalter/züchter die Buchten ausmisten lass ich die Seele baumeln.


    Gruß,


    Moni

  • In meiner Antwort lag doch nicht etwa ein wenig Ironie? ^^


    Wenn aus einem "langen Gespräch" beim Besuch zur Veranschaulichung der Gruppenhaltung DAS als Erkenntnis abgespeichert wird, warum Gruppenhaltung der Einzelbuchthaltung vorzuziehen ist... =2 =6
    Das ist so als wenn a zu b sagt: "meine tochter hat uns am samstag schon ganz allein bekocht" und b dann c erzählt: "a ist so faul, die lässt sogar ihre tochter für sich kochen!"

  • Und weisst Du warum ich keine Zeit dazu habe? Ich sitze lieber mit den Viehchern auf der Wiese und streichel und beobachte sie. Zu sehen wie sie miteinader umgehen macht schon Freude und beruhigt die Nerven, wenn der Tag mal wieder stressig war. Während andere Kanichenhalter/züchter die Buchten ausmisten lass ich die Seele baumeln.

    Einer Gruppe zuzuschauen ist nur dann nervenberuhigend, wenn sie gut funktioniert. Wenn sie sich fetzen, ist es vorbei mit der baumelnden Seele. Ich glaube, man muss einfach akzeptieren, dass nicht alle Kaninchen gruppengeeignet sind. Das ist die Erfahrung, die langjährige Kaninchenzüchter gemacht haben.

  • Hallo Ursula,


    stimmt nicht jedes Kaninchen ist gruppentauglich, aus welchen Gründen auch immer und es ist auch nicht jede Gruppe gleich.


    Eine zusammen gewachsene Gruppe aus der nicht ständig Tiere raus oder rein kommen, ist mit größter Sicherheit auch die stabilste und harmonischste Gruppe. Ständiges hin und her ist nicht umbedingt förderlich.


    Gruß,


    Moni

  • Ich glaube, man muss einfach akzeptieren, dass nicht alle Kaninchen gruppengeeignet sind. Das ist die Erfahrung, die langjährige Kaninchenzüchter gemacht haben.


    Das stimmt, unter Häsinnen ergibt sich am häufigsten die Situation in einer Gruppe, wo es nicht klappt. Aber eine Paarhaltung M/W geht immer, wobei der Bock der Kastrat sein sollte. Sonst ist die Häsin im Dauerstress. Damit wäre die Hauptrechtfertigung für dauerhafte Einzelhaltung ausgeschaltet.

  • Da dies ja vor allem ein Züchterforum ist, sind Kastraten hier die Ausnahme. Ich frage mich auch, wie einschneidend eine Kastration fürTiere ist, das so vermehrungsfreudig wie Kaninchen sind. Da kann ein beträchtlicher Teil des Verhaltensrepertoires nicht mehr gelebt werden....

  • Das stimmt. Bei einem Zuchtrammler, der noch Decken soll ist es absolut unmöglich ihn in Gesellschaft zu halten. Das ist nun mal ein Kompromiss, mit dem man sich als Züchter abfinden muss. Es gibt Züchter, die ihre Rammler, die sie sehr mögen, irgendwann kastrieren lassen und so ein Leben in Gesellschaft ermöglichen.


    Ich frage mich auch, wie einschneidend eine Kastration fürTiere ist, das so vermehrungsfreudig wie Kaninchen sind. Da kann ein beträchtlicher Teil des Verhaltensrepertoires nicht mehr gelebt werden....

    Eine Kastration ist insofern nicht einschneidend, weil der Rammler durch Hodenentfernung irgendwann einfach nicht mehr unter Hormoneinfluss steht und das sexuelle Verhaltensreportoire deswegen einstellt (nicht vergessen, dass berammeln auch eine Dominanzgeste ist, diese bleibt trotz Kastration erhalten) und den Drang, dies auszuleben nicht mehr verspürt, also in seinem Verhalten auch nicht eingeschränkt wird. Insofern ist sie einschneidend, weil dafür eine Vollnarkose notwenidig ist, die ein gewisses Risiko birgt.


    Bedenklich und einschneidend ist es dagegen, wenn ein unkastrierter Rammler sein natürliches Verhaltensreportoire nicht ausleben darf und trotzdem dauerhaft unter Hormoneinfluss steht. Ich habe schon unzählige alte und jüngere Rammler kennen gelernt, die nicht mehr in kurzen, regelmäßigen Abständen decken durften, die mit dauerhaft ausgefahrenem Penis grunzend in ihrer Bucht saßen und sich permanent um sich selbst gedreht haben oder sofort anfingen zu brummen wenn man den Käfig öffnete oder die Hand besprangen oder Einrichtungsgegenstände berammelten. Die gaben ein echt bedauernswertes Bild ab.

  • Bitte nicht vergessen das auch vom ZDRK bestimmte Regeln da sind, die mit Gruppenhaltung bei einer größeren Zucht einfach nicht so einfach eingehalten werden können.


    Nur zum Beispiel, wenn ich 7 Zwergwidder weiß BlA Häsinen habe und diese in einer großen Gruppe leben und ich 3 Häsinen gleichzeitig belegen lasse, woher weiß ich dann sicher welche jungen von welcher Häsin sind?
    Wir hatten bei den Mischlingen nämlich schon den fall das zwei Häsinen ihren jungen in einem Nest aufzogen, hier konnte nur anhand der Farbe vermutet werden welche jungen zu welcher Häsin gehören. Aber bei mehreren Häsinen der gleichen Rasse und Farbe stelle ich mir das unmöglich vor.
    Und selbst ohne dieses Extrembeispiel, da eine Häsin normalerweise nur 1x am Tag zum säugen geht, ist es auch so schwierig festzustellen von welcher Häsin die jungen sind. Es soll auch Häsinen geben die die einfach alles aufziehen, egal ob ihre eigenen oder fremde junge.


    Das andere wäre das schon kleine Kahlstellen als NB bewertet werden und bei Gruppenhaltung nun doch hin und wieder mal Fell fliegt.


    Wir haben die Kaninchen der Kinder alle in Gruppen sitzen, eine Gruppe bestehend aus 3 Häsinen (funktioniert seit über einem Jahr) und zweimal Häsin und Kastrat. Funktioniert an sich super, aber kleinere Kahlstellen treten hier doch öfters mal auf.

  • Bedenklich und einschneidend ist es dagegen, wenn ein unkastrierter Rammler sein natürliches Verhaltensreportoire nicht ausleben darf und trotzdem dauerhaft unter Hormoneinfluss steht. Ich habe schon unzählige alte und jüngere Rammler kennen gelernt, die nicht mehr in kurzen, regelmäßigen Abständen decken durften, die mit dauerhaft ausgefahrenem Penis grunzend in ihrer Bucht saßen und sich permanent um sich selbst gedreht haben oder sofort anfingen zu brummen wenn man den Käfig öffnete oder die Hand besprangen oder Einrichtungsgegenstände berammelten. Die gaben ein echt bedauernswertes Bild ab.

    Das habe ich in 25 Jahren Kaninchenhaltung/zucht noch nie gehört - und ich diskutiere viel mit Züchtern. meine eigenen Kaninchen haben das auch noch nie gezeigt. Das tönt für mich eher krankhaft und ist garantiert nicht die Norm. Das Paarungsverhalten geht natürlich weiter als blosses Berammeln. Man muss den Tiere allerdings dafür etwas mehr Platz und Zeit geben. Deshalb sind Pärchen bei mir immer im grossen Freilauf.
    Wie lange züchtest du denn schon Kaninchen?

  • Hallo,
    ich möchte mich Ursula´s Meinung anschließen.
    Zur Zeit haben wir in den verschiedenen Rassen 10 Zuchtrammler auf dem Stall, ich züchte nun ca. 30 Jahren Kaninchen, aber solche Beobachtungen habe ich noch nicht gemacht.


    Natürlich ist da mal ein lebhafteres Tier, dass an der Käfigtür hin und her geht.... Dauererrektionen und Berammeln egal wovon (außen anderer Kaninchen) ist mir noch nicht untergekommen.



    Mit Kastraten habe ich bei Kaninchen keine Erfahrungen, aber bei meinem Kater und der hat (leider) sein Verhalten kaum geändert und hat immer irgendwelche Roben von seinen Revier-kämpfen......
    Und das Markieren, hat er (zum Glück nur Draußen) auch nicht eingestellt.


    Gruß Kai

    Fehler machen ist menschlich,
    dazu stehen zeugt von Größe,
    wer sie nur bei Anderen sucht, tut mir nur Leid.

  • Hallo,


    ich glaube, jetzt muss ich mich doch auch noch einmal zu Wort melden. Zum Ausmisten in Gruppenhaltung kann ich nur sagen, die ist viel aufwendiger als Buchtenhaltung und das Argument, dass man in der Gruppenhaltung weniger misten müsste, ein absoluter Witz. Eher mehr würde ich sagen. Die Tiere haben nämlich nicht bestimmte Ködelecken, das funktioniert bei Minigruppen, aber nicht, wenn viele zusammen laufen. Somit muss ich eher öfter mal hier und da misten und einmal die Woche auf jeden Fall die Ställe. Und das dauert dann so einige Stunden und wenn ich alles auf einmal miste, bin ich einen ganzen Tag von morgens früh bis abends beschäftigt. Hängt natürlich auch mit der Struktur des Geheges zusammen, gut für Kaninchen, schlecht für den Züchter, wenn er misten will :)).


    Ansonsten muss ich auch in meiner Gruppe permanent die Tiere beobachten und es kann auch da durchaus der Fall eintreten, dass z.B. eine Häsin nach 3 Jahren sich überhaupt nicht mehr mit einem Gruppenmitglied versteht, da nützen auch alle Kastraten nichts, dann muss sie raus aus der Gruppe und für sie das geeignete Partnertier gefunden werden. Eine Häsin würde ich übrigens nie kastrieren lassen, damit sie wieder integrationsfähig ist, das wäre Verstümmelung. Und es gibt auch Häsinnen, die sich durchaus alleine am Wohlsten fühlen. Gruppe auf Biegen und Brechen geht halt nicht, hat natürlich auch etwas mit dem Platzangebot zu tun. Man muss bei Gruppenhaltung alle Faktoren im Auge haben und danach handeln.
    Da ich mit meinen Tieren auch für Ausstellungen züchte, ist das ein weiterer Faktor, der bei der Gruppenzusammenstellung zu beachten ist. Ich züchte im kleinen Rahmen und lasse eben nicht parallel alle Häsinnen einer Rasse belegen, mal abgesehen davon, dass sie auch gar nicht immer alle gleichzeitig wollen. Die Jungtiere müssen den entsprechenden Häsinnen zuzuordnen sein, sonst funktioniert das nicht.
    Ich kontrolliere ebenso morgens und abends alle Tiere auf ihren Zustand, ist in einer Gruppe nicht so einfach wie bei Einzelsitzern, aber unabdinglich, um Unpässlichkeiten sofort festzustellen und handeln zu können.
    Fazit: Ich würde und werde meine Tiere immer in Gruppen halten, Rammler einzeln, immer, aber Gitterkontakt zu anderen Tieren. Dass Gruppenhaltung jetzt aber einfacher ist als Buchtenhaltung kann ich nicht sagen, mir gefällt es einfach für die Tiere besser, aber ich als Mensch muss das überblicken, täglich, und auch eingreifen, wenn sich Konstellationen ergeben, die nicht mehr funktionieren. Reine Häsinnengruppen funktionieren auf Dauer nicht, Kastraten spielen bei Gruppenhaltung schon eine wichtige Rolle, aber auch bei denen sind Regeln zu beachten. Nicht jeder Kastrat versteht sich auch mit jedem anderen Kastraten.
    Wenn man seine Gruppe vergrößern will, ist es übrigens am einfachsten, selbst gezogene Jungtiere zu behalten, die integrieren sich automatisch und es gab dabei wirklich noch nie Probleme mit den vorhandenen Tieren. Fremdzugänge sind nicht immer einfach, da spielen viele Faktoren eine Rolle.


    Viele Grüße
    Angela

  • Wie lange züchtest du denn schon Kaninchen?


    Mein Opa hat gezüchtet, nach dem 2. Weltkrieg hat er damit begonnen bis zu seinem Tod. Mitbekommen habe ich es 18 Jahre. Ich bin damit aufgewachsen. Ich habe immer seine Kaninchen ausgemistet und mich mit ihnen beschäftigt. Sie hatten nicht allzuviel Platz, ich schätze mal 1x1,20 pro tier pro bucht. Freilauf hatten sie durch mich schon, allerdings wurde ich von den Böcken meist angerammelt, als Kind habe ich ihnen Fußbälle ins Gehege gegeben, die sie Dauerberammelt haben. Konnte ich als Kind noch nicht recht einordnen. Mein Opa hätte mir übrigens auch widersprochen, aus verschiedenen Gründen: Das was ich bemitleidenswert fand, fiel ihm gar nicht erst auf weil er nicht wusste/wissen wollte oder konnte, wie sich Kaninchen verhalten wenn sie unter Artgenossen sind und mehr Platz haben.
    Bei anderen Züchtern (ich rede hier nicht generalisiert von JEDEM) konnte und kann ich das genauso beobachten, wenn auch nicht so krass - da deren Zuchtrammler die ich kennen lernte allesamt noch recht jung waren. Weitaus öfter aber bei Privathaltern, die unkastrierte Böcke allein halten.


    Mit Kastraten habe ich bei Kaninchen keine Erfahrungen


    Ich schon, seit 19 Jahren schon. Deswegen kann ich gezielt Vergleiche ziehen und beobachte immer wieder die ein oder andere Verhaltensauffälligkeit (wie Gitternagen, Käfigkoller, Apathie) bei dauerhaft allein gehaltenen Tieren. Man bedenke, dass ein Kaninchen die Jahresanzahl 10 leicht überleben kann, da macht sich der fehlende Sozialkontakt zu anderen Tieren irgendwann schon ganz deutlich bemerkbar. Ich arbeite als Freiwilliger in einem Tierschutzverein und habe somit auch Überblick auf Kaninchen aus Einzelhaltung in Privathaushalten, Vergesellschaftungen, Zuchtauflösung, aus dem Ruder gelaufenen Hobbyzuchten usw. und habe somit auch die Möglichkeit zu beobachten, wie sich frühere Nichtkastraten in Einzelhaltung in Kastraten in gesellschaft verwandeln und deutlich mehr Lebensqualität haben.


    Ich wundere mich immer, dass so mancher Kaninchenhalter dauerhafte (ich rede hier nicht von zeitlich begrenzte Einzelhaltung zu Zuchtszwecken) als die einzig wahre konstatiert und jeden verurteilen würde, der etwa ein Pferd einzelnd hält. Da hat jeder Verständnis dass ein Hengst nicht dauerhaft Hengst sein sollte, wenn er nicht mehr im Deckeinsatz steht, um als Kastrat in Gesellschaft leben zu können. In der Pferdezucht ist das allgemein anerkannt, in der Kaninchenzucht nicht. Weil Kaninchen einen geringeren Wert haben.


    Was einen Züchter betrifft: Was spricht dagegen seine Tiere nach der Zeit des fruchtbaren Zuchteinsatzes an Liebhaber in Gesellschaftshaltung abzugeben oder liebgewonnene Tiere zu kastriere und zu vergesellschaften? Es gibt Züchter, die das machen - das finde ich großartig. Nichts anderes will ich hier sagen, außer:


    Wer als Züchter Gruppenhaltung soweit es geht realisieren kann, wer ausgediente Zuchttiere an Liebhaber abgibt oder selbst in Paar- oder Gruppenhaltung übernimmt indem er seine nicht mehr eingesetzten Zuchtrammler kastriert und so ein Leben in Gesellschaft ermöglicht, verdient meine Anerkennung und hat meiner Meinung nach eine Vorbildfunktion. =2

  • p.s. oder natürlich Schlachten.
    Nach getaner Arbeit oder Nichtgebrauch schlachten ist natürlich auch eine Möglichkeit, die ich vergessen habe. Viele Zuchtrassen dienen ja hauptsächlich dem Zweck.
    Lieber ein für die Zucht überflüssiges Kanickel zeitig auf dem Teller als ein Überflüssiges halb vergessen in seiner Bucht bis zum Lebensende. Den Braten ziehe ich dem Massentierhaltungsschweineschnitzel liebend gern vor. Meine Meinung =4


    So, ich denke ich habe meine Gedanken und Erfahrung zu Genüge kund getan, auch wenn ich hier schon per Privatnachrichten vorgewarnt wurde, habe ich mir jetzt mal nicht den Mund verbieten lassen, so wie ich niemandem den Mund verbiete. Für ungeteilte Meinungen und andere Erfahrungen immer offen... ;)
    Danke und Prost =2

  • Eine Kastration ist insofern nicht einschneidend, weil der Rammler durch Hodenentfernung irgendwann einfach nicht mehr unter Hormoneinfluss steht und das sexuelle Verhaltensreportoire deswegen einstellt (nicht vergessen, dass berammeln auch eine Dominanzgeste ist, diese bleibt trotz Kastration erhalten) und den Drang, dies auszuleben nicht mehr verspürt, also in seinem Verhalten auch nicht eingeschränkt wird.



    Hallo.


    Dir, Anna, ist schon klar, was in dieser Aussage alles drinsteckt?


    Was für Tierschützeraktivisten eine normale Forderung, wäre für Menschenrechtler ein absolutes Tabu. Und warum, wenn man die Ansichten der Tierschützer über das Sinnesleben der Tiere mit einbezieht? Und gleich angehängt für die Veganer: auch Pflanzen haben ein Sinnesleben. Bewiesen dem Grunde nach 1906 vom späteren wissenschaftlichen Begründer der Bionik, R. H. Francé und durch neueste Forschungsergebnisse mehrfach bestätigt. Nur Beschränkte, die (westliche?) Politik und die christlichen Kirchen sehen das nicht ebenso, das Leben ist doch so viel einfacher.


    Und eine Kastration (sowohl bei männlichen wie weiblichen Lebewesen) verändert eben mehr. Das kann jeder bestätigen, der Tiere für die Arbeit benötigt (z. B. Jagdhunde, Hüte- bzw. Schäferhunde, Polizeihunde).


    Und die Aussagen über das Verhalten von nicht kastrierten Rammlern können in keinster Weise verallgemeinert werden.


    Die Kastration von Bullen und Hengsten sollte auch weniger unter Vergesellschaftungsgesichtspunkten, sondern unter Sicherheitsaspekten betrachtet werden. Falls den Tierschützern nicht klar, sollten sie sich mal mit den Richtlinien der Berufsgenossenschaften vertraut machen.


    Gruß
    Karl




    Literatur


    Das Sinnesleben der Pflanzen


    von R.H. Francé


    Kosmos Verlag, Stuttgart, 1906

  • Und eine Kastration (sowohl bei männlichen wie weiblichen Lebewesen) verändert eben mehr. Das kann jeder bestätigen, der Tiere für die Arbeit benötigt (z. B. Jagdhunde, Hüte- bzw. Schäferhunde, Polizeihunde).


    Jetzt wirds müßig, eine Grundsatzdiskussion über Kastrationen an sich zu führen.


    Ja, du hast schon Recht damit, dass eine Kastration etwas verändert. Es ist ein Eingriff in die Natur des Tieres, die eine Veränderung mit sich bringt. Gefangenschaft aber genauso. Jetzt heißt es abwägen, ob einem Tierleben und dem Tierwohl eher eine Kastration und die Möglichkeit unter Artgenossen zu leben oder ein unkastriert Leben ohne Artgenossen gerechter wird. Dabei spreche ich von den männlichen Vertretern. (Bei weiblichen Vertretern gewisser Spezies macht laut Tierärzten eine Kastration aus Gesundheitsaspekten Sinn, da so oft vorkommene Gebärmutterveränderungen die zu Krebs führen, verhindert werden. Das soll aber hier nicht Thema sein, nebenbei unterstütze ich das auch nicht). Am besten würde man den Tieren gerecht werden, wenn man beides zulassen könnte: Nichtkastration und Gesellschaft. Da dies aber unkontrolliert dauerhaft Nachwuchs erzeugen würde, ist das nicht möglich.


    Ich denke an diesem Punkt muss jeder selber entscheiden, was er für sein Kaninchen, Hund, Pferd oder Katze für richtig hält. Ob die Veränderung der Kastration eine negative oder positive Verhaltensänderung (für den Menschen oder das Tier fragt sich an dieser Stelle...) mit sich bringt und ob es sich diese einzugehen, für das weitere Leben des Tieres lohnt, kann ich nur für mich selbst bestimmen, nicht für andere.


    Das Argument mit den Sicherheitsaspekten lasse ich jetzt mal am Rande liegen. Mit seinen Tieren umzugehen, ob groß/klein/kastriert/unkastriert liegt in der Kompetenz des Halters und der Erziehung des Tieres, um welche Spezies es sich jetzt auch handelt. Mein Pferd, 780 kilo schwer und 175 groß, war als Hengst auch nicht gerade leicht zu händeln, ihn zu kastrieren bot natürlich auch leichteren Umgang, war aber nicht Hauptgrund. Dem kann ich also zustimmen, mir ist allerdings nicht klar wem dieses Argument in dem Fall diente (der Haltung für oder gegen Kastrationen oder einfach als Belehrung für soganennte "Tiershcutzaktivisten"?).

  • Was für Tierschützeraktivisten eine normale Forderung, wäre für Menschenrechtler ein absolutes Tabu. Und warum, wenn man die Ansichten der Tierschützer über das Seelenleben der Tiere mit einbezieht?


    Bist du selbst Tierschutzaktivist oder was verleitet dich zu der generalisierten Aussage, was diese Gruppe von Menschen denkt und aus welchem Anlass sie handelt?
    Ich persönlich kann mit Seelenleben wenig bis nichts anfangen.
    Ich sehe einfach lieber ein kastriertes Tier, dem der Geschlechtstrieb genommen wurde, mit seinem Partner kuscheln und Körperpflege betreiben als ein einsames Kaninchen, das diese Grundbedürfnisse nicht stillen kann und auch seinen Geschlechtstrieb nicht ausleben kann, obwohl es den Drang dazu verspürt.


    jetzt wird es für mich müßig, wenn schon Haustiere mit Tieren in Gefangenschaft gleichgesetzt werden.

    Was sind denn Haustiere? Domestizierte Spezien, die sich aber natürliche Triebe weitestgehend erhalten haben und de fakto unserem Willen unterliegen. Je nachdem, welche Optionen der Mensch bietet, verhält sich das domeszierte Tier anders, entsprechend seinem individuellen Reportoire. Wenn du Anstoß an dem Ausdruck "Gefangenschaft" nimmst, formuliere ich es gerne für dich um in: Domeszierte Tiere, die sich aus ihrem ursprung natürliche Verhaltensnweisen und Triebe bewahrt haben.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!