Häsin frißt 5 Tage altes Jungtier

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  • Hallo Zuchtfreunde.


    Ich habe es zwar schon erlebt, daß eine Häsin kurz nach dem Wurf die Jungen anfrißt bzw. auffrißt, aber gestern musste ich mit ansehen wie eine junge Häsin ein 5 Tage altes Jungtier halb aufgefressen hat. Als ich nachmittags von der Arbeit kam, sah ich dies. Ich muss zugeben, daß ich am Montag keine Nestkontrolle durchgeführt habe. Am Sonntag Abend waren alle wohlauf. Könnte es sein, daß das Junge schon tot war und die Häsin das Nest sauberhalten wollte? Warum frisst sie aber dann das Junge? Die Häsin hat ihr Nest neben der Wurfkiste gebaut. Die Wurfkiste hab ich am Sonntag aus der Bucht genommen, das sie wieder mehr Platz zur Verfügung hat. Die Häsin hat Salzleckstein zur Verfügung und bekommt Multivitamin ins Trinkwasser, also Vitaminmangel kann es meiner Ansicht nach nicht sein. Die Häsin frißt aber seit der Geburt der Jungen keine Pellets mehr! Sie hat Strukturfutter in einem Napf und in dem anderen die Pellets. Ich habe die Häsin von den Jungtieren gestern getrennt, und geb die Häsin jetzt immer Abends zum säugen in die Bucht.


    Gruß Franz

  • dass sie keine Pellets mehr frisst, kann ich mir nur so erklären, dass sie das Strukturfutter vorzieht.


    Das würde ich auch so sagen, Vorlieben ändern sich ja auch schonmal. Mein Angora-Rammler, der sich vor einiger Zeit noch das Johannisbrot mit Vorliebe zuerst rausgesucht und gefressen hat, läßt es nun seit ca. 2 Wochen drin liegen und frißt es erst, wenn nichts anderes mehr drin ist.


    Dass eine Häsin ein Junges an- oder auffrisst, habe ich selbst noch nie erlebt, glücklicherweise. Dass eins mal tot im Stall lag, schon, aber das wurde dann einfach ignoriert.

    Ich rede nicht schlecht hinter dem Rücken anderer Menschen. Von vorn kann man ihre Reaktionen viel besser erkennen.

  • Hallo Franz,
    ich werden heute nicht schimpfen sondern einfach geduldig versuchen zu erklären, was ihr eigentlich alle wisst.


    Grundsätzlich sind Salzlecksteine bei Kaninchen so unnötig wie der Sprichwörtliche Kropf, brauche sie nicht und machen nur Durst.
    Als zweites füttere ich einer gerade geworfenen Häsin kein Strukturfutter sondern selbstverständlich eiweisreiches energiereiches Futter, die sollen ja Milch geben- und dazu bedarf es Eiweis - Strukturfutter brauche ich bei MDT-Umstellung bei Heranwachsenden.
    Kaninchen haben gerade bei Stresssituationen ganz unterschiedliche Bedarfe und es ist deshalb sehr wichtig sehr vielfältige Angebote an Futter zu machen, da jedes Tier anders frisst- ja gerade auch temorär, und was heute als erstes weggefressen wird wird morgen nicht angerührt.


    So, und wenn man dies zusammenzählt und eine gewisse Logik mit ins Spiel bringt, weiß man auch, warum die Häsin ein - lebend oder totes -Junge angefressen haben könnte:
    Flüssigkeit, bedarfsgerechte Nahrstoffe in Ermangelung anderer Angebote und in ganz seltenen Fällen auch Kanibalismus.


    Es lohnt sich auf jeden Fall, über eine abwechslungsreiche Fütterung nachzudenken.
    Über nestkontrolle brauchen wir sicher auch nicht zu diskutieren.


    mfg Peter


    mfg Peter

  • Hallo Franz,
    da die Häsin nur Strukturfutter gefressen hat, hätte ich jetzt auch getippt, dass ihr ein einweiß- bzw. energiereiches Futter fehlt. Kanibalismus würde ich hier ausschliessen, da die anderen Jungtiere OK sind. Den Salzleckstein hätte ich auch sofort rausgenommen.


    Gruß,
    Hubert

  • [...]
    Als zweites füttere ich einer gerade geworfenen Häsin kein Strukturfutter sondern selbstverständlich eiweisreiches energiereiches Futter, die sollen ja Milch geben- und dazu bedarf es Eiweis - Strukturfutter brauche ich bei MDT-Umstellung bei Heranwachsenden.[...]

    Meine bekommen immer Strukturfutter und nie Pellets.....sind halt Zwerge und die Häsin von Franz doch auch oder?
    Wenn ich meine ich müsse das Fressen mit Eiweiß anreichern gibt es das bei Nösenberger fürs Strukturfutter!
    Kann man problemlos draufstreuen und meine fressen es sehr gerne! Da sind dann auch Milchbildene Kräuter schon drinnen;-)
    http://www.kaninchenundco.com/…ops/61240823/Products/006
    Aber ich lege in den ersten zwei Tagen nicht den Schwerpunkt auf TroFu in irgendeiner Form sondern auf Frischkost, weil das nämlich den Wasserhaushalt stabilisiert und für die Milchbildung bedeutend ist. Kontraproduktiv finde ich den Salzleckstein......;-)


    LG Alex

  • Daß das mit dem Strukturfutter zusammenhängt, war auch meine Befürchtung, ich habe es ihr auch schon weggenommen. Die Häsin hat zu all dem Futter noch Karotten, Äpfel und in geringen Mengen versch. Grünzeug bekommen.Den Salzleckstein hat die Häsin so gut wie überhaupt nicht angerührt. Der kommt für mich als Grund jetzt nicht in Frage.


    Gruß Franz

  • Ich muss gestehen, dass ihr mich jetzt gerade ein bißchen verwirrt.
    Strukturfutter heißt doch nur, dass das Futter aus Bestandteilen zusammengesetzt ist, bei denen ich erkennen kann, was es ist. Also dass ich bspw. sehe, dass Mais drin ist, Gerste, Sonnenblumenkerne usw. Die Bezeichnung Strukturfutter läßt aber doch nicht auf den Eiweißgehalt schließen. Oder steh ich jetzt auf dem Schlauch? ?(
    Selbstverständlich ist für mich, dass die Tiere generell abwechslungsreich gefüttert werden und ich bei einer säugenden Häsin ein besonderes Augenmerk darauf haben muss. Ich versuche auch, gerade ihr eine extra Portion Frischfutter zukommen zu lassen. Aber muss ich deshalb das Strukturfutter ganz weglassen?

    Ich rede nicht schlecht hinter dem Rücken anderer Menschen. Von vorn kann man ihre Reaktionen viel besser erkennen.

  • Hallo,
    ich habe ähnliches auch schon erlebt, sogar mit älteren Jungtieren, da waren die Augen schon auf. Da ist die Häsin einfach aggressiv ihren Kleinen gegenüber geworden, hat sie regelrecht "geschält" und in der Mitte durchgebissen bzw gerissen. Habs nie gesehen, nur das Ergebnis oder eben wenn diese Häsin gerade wieder anfing "gemein" ihren Jungen gegenüber zu werden, also sie zu jagen oder ähnliches. Mir hat mal jemand den Tipp gegeben so eine Häsin in diesem Fall zu einem Rammler zu setzen. Hat auch jedesmal geklappt, Häsin hat sich sofort hingelegt und decken lassen. Danach war Sie für die restliche Zeit friedlich zu ihren Jungen.
    Ist natürlich suboptimal einfach eine Häsin decken zu lassen die noch Junge hat, auch nicht zu empfehlen wenn die Häsin zu dünn oder ähnliches ist, hat aber geklappt.
    Vielleicht würde eine Häsin in der Natur wenn Sie "triebig" wird einfach zum Rammler hin gehen und gut wärs, ist eben in der Box schlecht möglich - vielleicht werden manche Häsinnen davon aggressiv.


    Wäre jetzt eine Theorie warum die Häsin ihr Junges tötet, aber so wie ich es meine frisst die Häsin das Jungtier dann nicht komplett auf - evtl teilweise, aber nicht komplett...

  • Hallo Niggo, das Jungtier war nicht ganz gefressen, zur Hälfte, und als ich in den Stall kam machte sie gerade an dem Jungtier rum. Ich hab aber sowas in der Art auch schon mal gehört. Das erste was ich heute morgen gemacht habe, ich habe die Häsin zum Rammler gebracht. Die Häsin hat sich problemlos belegen lassen. Ich hoffe jetzt (ohne Strukturfutter und gedeckt), daß die Häsin dadurch anders wird. Am Wochenende werde ich die Häsin (unter Beobachtung) am Tag bei den Jungtieren lassen. Ob ich die Häsin dann ganz bei den Jungtiere wieder lasse, weiß ich noch nicht.


    Gruß Franz

  • Hallo,
    ein alter Zuchtfreund von mir, hat vor 15 Jahren schon gesagt, sperr die Häsin nach dem Werfen
    weg und lass sie nur einmal am Tag zum Säugen zu ihren Jungen.

    Ich mach es mittlerweile bei allen und habe keine Probleme mit der Aufzucht.
    Es ist nur stressig, jeden Morgen um die gleiche Zeit nacheinander die Häsin ihren Jungen zuzuführen.
    Aber als Rentner hat man ja Zeit.
    :yes:
    Johann

  • Aber muss ich deshalb das Strukturfutter ganz weglassen?


    Hallo Claudia,


    Du brauchst das Strukturfutter nicht weglassen, sondern musst nur der säugenden Häsin etwas zufüttern, was den Eiweißgehalt deckt. Was meinst Du, warum die Fa. Nösenberger das "Zucht und Schau" zusätzlich für die Häsinnen anbietet. Und da nunmal Fleisch viel Eiweiß enthält, hat sich die Häsin genommen was sie braucht. Leider nur den tierischen und nicht pflanzlichen Eiweiß.


    Gruß,
    Hubert

  • @Niggo:


    Bei Stallhaltung in engem Bereich finde ich es sogar dem natürlichen Verhalten der Häsin vergleichsweise ähnlicher, wenn man die Häsin nur zum Säugen zuläßt und sie sonst raus nimmt. In der Natur säugt sie ja meistens nur 1-2 mal und kommt auch nur ab und zu vor das Nest um zu kontrollieren ob es noch da ist. Bei Gehegehaltung verhält sich die Häsin auch so. Kommt nur zum Füttern und bleibt sonst eher weit davon entfernt.LG


    Claudia:


    Ich füttere auch Struktur, aber selber gemischt, so daß ich Eiweiß, Kohlehydrate, Mineralien und Vitamine dem jeweiligen Bedarf anpassen kann (Hochtragende und säugende Häsinnen = viel Eiweiß, aber Du weißt das ja). Ich sehe den Ausdruck "Strukturmüsli" auch so, daß er bezeichnet, daß man die Futterbestandteile sehen kann und erkennen kann um was es sich handelt, im Gegensatz zu Pellets. Ich glaube aber oft wird mit Strukturmüsli einfach nur "Nösenberger" oder "Berkel Strukturmüsl" assoziiert, das aber nicht eiweißreich ist sonderen nur Struktur zeigt. Meine fressen beim Nösenberger überhaupt keine Luzernstile, deswegen kommts für mich sowieso nicht in Frage auch nicht für Jungtiere. Ich denke grade wegen der verschiedenen Inhaltstoffe ist es wichtig, sich wie Du es tust mit den einezlnen Bestandteilen auseinanderzusetzen.


    LG Silvia

  • Ich füttere auch Struktur, aber selber gemischt, so daß ich Eiweiß, Kohlehydrate, Mineralien und Vitamine dem jeweiligen Bedarf anpassen kann (Hochtragende und säugende Häsinnen = viel Eiweiß, aber Du weißt das ja). Ich sehe den Ausdruck "Strukturmüsli" auch so, daß er bezeichnet, daß man die Futterbestandteile sehen kann und erkennen kann um was es sich handelt, im Gegensatz zu Pellets.


    Danke Silvia, du hast mich verstanden.
    Ich mische auch selber, habe also auch ein Strukturfutter und deshalb war ich nicht automatisch davon ausgegangen, dass Franz das Nösenberger meinte bzw. füttert.


    Meine Kleinwidderhäsin scharrt übrigens nach dem Säugen das Loch von der Wurfkiste mit zerbissenem Stroh sorgfältig wieder zu. Sie arbeitet richtig und versucht, die Öffnung zu verbergen.

    Ich rede nicht schlecht hinter dem Rücken anderer Menschen. Von vorn kann man ihre Reaktionen viel besser erkennen.

  • Guten Morgen,


    da ich die meisten User schon einige Zeit kenne gehe ich bei Franz von "Sackstrukturfutter" aus, und genau dies habe ich auch gemeint mit der Eiweißreduktion.
    Dass eine naturnahe Fütterung strukturiert ist braucht man eigentlich nicht zu diskutieren.
    Dass Häsinnen nach dem werfen gleich wieder hitzig sind und je nach Fütterung - daran wird anscheined gar nicht gedacht- sogar extrem hitzig sein können ist ebenfalls unbestriten. Kommt dazu noch eine ungünstige Haltungsform sind Probleme wie Junge anbeissen, angreifen, zerstreuen usw. vorprogrammiert !!
    Nochmals:
    Eine frischgeworfene Häsin füttere ich behutsam mit steigendem Eiweiß- und Mineralanteil ohne jeglichem "Triebmittel" - manche meinen ja, Sellerie sein in dieser Zeit wunderbar, ist er aber garantiert nicht, ich füttere ihn während der ganzen Tragzeit nicht (nur 1 Beispiel).
    Kontrolliertes Säugen kann in bestimmten Situationen sinvoll sein - besonders bei einer hohen Erregerdichte und der damit verbundenen Gefahr einer Erkrankung - hat aber im Gegensatz zu der Verhaltensweise der Wildform einen wesendlichen Unterschied:
    Die Häsin kann nicht jederzeit ans Nest !!!
    ....und genau darüber haben wir auch schon des öfteren gesprochen, dass nämlich diese künstliche Trennung beim Muttertier massiv Stress und Unruhe erzeugt und insgesamt langfristig vermutlich Auswirkungen auf die Mutterleistungen hat - das ist nicht von mir sondern wurde in einem Großversuch festgestellt, Ergebnis wurde vor einiger Zeit in der Fachzeitung präsentiert.
    Und jetzt nur noch eines:
    Kontrolliertes Säugen, pelletiertes Industriefutter mit der Verminderung des selektionsfressens nach Bedarf, Vernachlässigung der Muttereigenschaften zu Gunsten des Phänotyps hat Auswirkungen auf die Rassekaninchenzucht, das ist doch ganz normal und eine logische Folgerung.
    Und hier muss ich mal eine Lanze brechen für alle nichtorganisierten KaninchenhalterInnen , die ein Paar Tiere pro Jahr zum Schlachten ziehen:
    Die lassen ihre Häsinnen decken, füttern mit dem was sie haben und lassen die Tiere einfach aufwachsen und behalten die zur Weitervermehrung, die sich als gute Mütter bewährt haben. Nach ein paar Jahren wird von diesen guten Müttern wieder eine neue Häsin behalten usw. . Ales, was krank oder schlecht in der Aufzucht ist, wird geschlachtet.
    Wen wundert, dass es in einer solchen Kaninchenhalterecke kaum Aufzuchtprobleme gibt ?


    Als RassekaninchenzüchterInnen sollten wir lernen, das gute zu bewahren und neues zusätzlich mit zu integrieren.


    mfg Peter

  • Hallo Peter,


    dass Häsinnen gleich nach dem Werfen wiede hitzig werden, sollte allgemein bekannt sein. Das Jungtiere während der Geburt oder gleich nach der Geburt an- bzw. aufgefressen werden, kennt man auch. Aber nach 5 Tagen?


    Das Kaninchenhalter mit der von Dir beschriebenen Haltungsform kaum Probleme haben, kann ich Dir mehrfach gegenteilig beweisen.


    Gruß,
    Hubert

  • Hallo Hubert,


    unbefriedigte Hitzigkeit bedarf ab einer bestimmten Stärke eines Ventils - das ist mit allen Emotionen so-, und von daher kann es auch am 5. oder 6. oder x. Tag zu Ausfällen kommen.
    Was ich beschreibe ist die Möglichkeit , die Stärke zu mindern bzw. durch intakte und direkte hormonelle Einflüsse in Mutterleistung umzulenken.
    Dass Kaninchenhalter auch Probleme haben ist unbestritten, meist haben sie dann aber schlicht was anders falsch gemacht, das würde ich nie bestreiten.
    Ich denke nur an meinen Nachbarn, der meinte mit Sackfutter Arbeit einsparen zu können und damit seinen gesamten Bestand durch ME verlor- auch nur 1 Beispiel.


    Was die ganze Sache so schwierig in der Erklärung macht ist schlicht die Tatsache, dass viele die Komplexität in Einzelteile zerlegen wollen und dann selbstverständlich Mißerfolge die Regel sind, aus zeitmangel kann ich das jetzt nicht näher erklären.
    Eines möchte ich nur noch beispielhaft ansprechen:
    Die Zahl der "natürlichen Geburten" nehmen kontinuierlich ab, weil immer mehr Frauen per Sektio entbinden - übrigens die häufigste DRG-gruppe mit Steigerung.
    Gesagt wird, es wäre so, weil damit die Gefahren reduziert werden könnten, Fakt ist jedoch eine sehr positive wirtschaftliche Billanz.
    Welche Auswirkungen nicht natürliche Entbindungen auf Mutter-Kind haben sind noch nicht ausgeforscht.
    Und bei Tieren ist es nicht viel anders, nur dass man hier schon durch schlechtes Aufzuchtverhalten " ein Stück weiter" ist.


    Bei Kaninchen als Reproduktionsorganismen ist dies noch nicht so schlimm, bei anderen Tieren können vermindete Mutterleistungen zum Untergang der Art führen.
    Und ob menschliche Eingriffe genau in diesen Verhaltenskomplex sinnvoll sind wage ich doch sehr zu bezweifeln.


    mfg Peter

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