Orientierungsloses Jungtier - unbekannte Krankheit?

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  • Hallo,


    wenn diese Krankheit wirklich so hoch ansteckend ist, würden wir doch durch den hohen Besatz auf den ganzen Ausstellungen, etliche Tiere mit dem schiefen Hals zuhause rumsitzen haben, vor allem weil der Erreger weit vor Ausbruch im Tier sein soll. Also lasst uns man nicht gleich alles dramatisieren. Also ich hatte die ganzen Jahre wirklich noch kein Tier mit solchen Symtomen im Stall.



    Gruß,



    Hubert

  • Hallo Claudia


    Ich hatte letztens ein Tier in Urlaubspflege, das ähnliche Symptome zeigte. Dabei handelte es sich um "Schiefhals" genannte Krankheit. Sie wird ausgelöst durch einen Parasiten, der in das Gehirn wandert und dort Schäden anrichtet, die genannte Symptome verursachen. Die Tiere sind ruhiger als sonst, haben anfangs aber durchaus noch Appetit, magern also nicht ab. Wichtig ist, daß man SOFORT handelt. Und zwar nicht nur mit einer antibiotischen Behandlung, sondern auch mit einer intensiven Wurmkur. Ohne diese bekommt man das nicht in den Griff. Üblicherweise heißt es, daß es zu spät ist, wenn man Symptome sieht. Aber meine Bekannte hat ihr Zwergkaninchen wieder gesund pflegen können. War natürlich eine Ganztagesrundum-Betreuung....., und mega-teuer. Sie hatte vor einem Jahr bereits einen Todesfall mit der gleichen Ursache (bekam deshalb ein Tier von mir). Weder dieses Tier noch mein Bestand sind erkrankt, die Ansteckung ist ähnlich wie bei Würmern auch hauptsächlich über den Kot. Nur das Urlaubstier, das zuvor drei Jahre mit dem letztes Jahr verstorbenen Tier zusammen gelebt hat, erkrankte. Über Inkubationszeiten bin ich jetzt nicht informiert.


    LG Christine

  • Hallo zusammen,


    dem Jungtier scheint es etwas besser zu gehen. Es kann wieder geradeaus hoppeln ohne zu kreiseln und ohne umzufallen. Es nimmt selbständig Futter auf. Bei der heutigen Antibiotikagabe hat es mich kräftig in den Finger gebissen ;-)


    Es ist sicher noch lange nicht über den Berg aber ich sehe es nicht mehr total aussichtslos.


    Der Tierarzt kommt am Dienstag um die älteren Tiere gegen Myxo zu impfen und er wird es sich bei der Gelegenheit nochmal anschauen.


    Gruss, Claudia

  • Hallo Claudia,


    schön dass es dem Kleinen wieder besser geht. Was mir nur einfiel, ich hatte auch schon mal ein Junges mit diesen Anzeichen. Dort ist die Häsin auf das Junge getreten, ich meine sogar die Häsin hat einmal draufgestampft. Danach konnte es auch nicht mehr richtig laufen. Es hat sich dann nach einem Tag wieder gelegt.



    Gruß,


    Hubert

  • Ich habe im Moment auch einen EC Rammler hier sitzen. Er bekommt Panacur-Paste (Wurmmittel), Vitamin-B-haltiges Stärkungsmittel (Anima-Strath) und Johanniskraut-Zubereitung, um die Nerven zu regenerieren. Es geht ihm besser, aber die Behandlung muss recht lange durchgeführt werden. Wichtig ist: als Letzter im Bestand füttern, Hände waschen. Ich habe keine Angst vor einer Ansteckung auf den Menschen, denn das geschieht doch vor allem be i Menschen mit schwachem Immunsystem (chron. Erkrankung, spezeille Medikamente). Der Durchseuchungsgrad ist so hoch, das wurde ja schon erwähnt, dass man nicht in Panik verfallen sollte.

  • Vielleicht ist der Durchseuchungsgrad genau deshalb so hoch, weil solche Tiere behandelt werden und somit zu einer potentiellen Gefahr für Bestand, Tier und Mensch werden können.


    Für mich hört der Spaß dort auf, denn ich empfinde das als unverantwortlich.

  • Hallo,


    da gebe ich Anja recht.


    Warum müssen solche Tiere mit allen Mitteln am leben gehalten werden? Nur weil sie schön aussehen oder sonst was.


    Es muss doch unser Ziel sein GESUNDE, frohwügsige und vitale Tiere zu züchten.


    Natürlich ist es nicht leicht sich gegen ein oder mehrere Tiere zu entscheiden, aber nur so besteht die Möglichkeit etwas für den Bestand zu tun.

  • Warum behandle ich den Rammler?
    Er ist ein sehr typvolles kräftiges Tier. Die Behandlung von E.cuniculi ist durchaus nicht aussichtslos, man hat ca. 50% Chance, dass das Tier gesund wird.
    Ansteckend ist der Urin, den giesse ich ja nicht irgendwohin, sondern, der kommt auf den Mist, wo er etwa 1 Jahr liegt, zu lange für den Erreger ohne Wirt.
    Die Erstbeschreibung des Erregers geht auf das Jahr 1923 zurück. Ansteckungen des Menschen sind weniger als 20 beschrieben. In der Schweiz wurde bei einer serologischen Untersuchung von gegen 300 Kaninchen 75% der gesunden Tiere als seropositiv gefunden!
    Es gibt verschiedene Encephalitozoon Arten, eine Dissertation, die an der Uni Münschen gemacht wurde 2006, zeigt, dass Infektionen des Menschen mit E. cuniculi äusserst selten sind (und nur Immunsupprimierte waren betroffen). 3 andere Encephalitozoon Arten werden viel häufiger als Infektionsauslöser gefunden.

  • Ich hatte E-Cuniculi noch nie in meinem Bestand. Doch mit EC sollte nicht leichtfertig umgegangen werden. Auch hier ist die Anfälligkeit im Bestand zu suchen, (z.B. Zuchtverfahren). Eine Impfung ist nicht möglich. Alle Tiere können sich anstecken oder schon latent infiziert sein. Von daher ist ein regelmäßiger Gesundheitscheck bei allen Kaninchen dringend notwendig. Meines wissens ist es sinnvoll, bei EC den restlichen Bestand vorsorglich mit einem Antiwurmmittel (z.B. Panacur) mindestens 4 Wochen lang täglich zu verabreichen. ( Info TA)


    Grundsätzlich sollte mit Züchterrischen Maßnahem gegengesteuert werden a: Desinfektion der Stallanlage -komplett, b: lokalisierung der Mutter/Vatertiere und deren Merzung, c: Ausstellungen meiden, d: Sollinger-Stahl für die direkt betroffenen Kaninchen, e: Tiere aus einer gesunden Linie verpaaren.
    Die gabe von Antibiotika sollte vermieden werden, weil diese erhebliche Nebenwirkungen mit sich trägt.


    Grüße Uwe :rabbit5:

  • Was ist ein regelmässiger Gesundheitscheck für Kaninchen?
    Ich checke sie täglich mit meinen Sinnen (Auge, Nase, Ohren) und merke sehr früh, wenn etwas nicht stimmt :-)


    Wenn aus einer zufällig ausgewählten Kaninchenpopulation 75% Antikörper gegen E. cuniculi aufweisen, ist die Krankheit so weit verbreitet in den Beständen, dass eine vorbeugende Behandlung kaum Sinn macht. Vor allem scheinen ja robuste Tiere durchaus mit dem Erreger fertig zu werden.


    Der erkrankte Rammler ist ein Bartkaninchen. :whistling: Er zeigte die ersten Symptome Anfang Dezember, mein übriger KAninchenbestand ist topfit. Und der Patient ist im übrigen auf bestem Weg zur Genesung. Die Behandlung mit dem Wurmmittel ist abgeschlossen (Antibiotika habe ich nie gegeben), jetzt bekommt er noch Cistrosentee, Animastrath und Johanniskrautzubereitung.

  • Bei Ausbruch von ECist es richtig,den regelmäßigen Gesundheitscheck auch mit den Sinnen (Augen Nase Ohren)zu checken!!!!Wichtig ist es auch,bei dem Bluttest den sogenannten Immunfluorenzentest zu machen.Je höher der Titer ist,umso wahrscheinlicher ist ein akuter Schub der Erkrankung.Die Anfälligkeit-(Ausbruch der Krankheit)ist im Bestand zu suchen.Auch bei der Zucht von Bartkaninchen sollte darauf geachtet werden.Ursache bei EC: Ohreninfekte,Pasteurelleninfekt-(Schnupfen),Parasiten,Schlaganfall,Tumor oder Abszeß.Oft bleiben dauerhafte Schäden ,z.B eine Kopfschiefhaltung zurück.Rund 80% ALLER KANINCHEN sollen mit ERREGER infiziert sein,ohne daß es zuGesundheitsstörungen kommt.URSACHE(bei Ausbruch der Krankheit) dafür ist ein heruntergesetztes IMMUNSYSTEM.(ZÜCHTERRISCH GEGENSTEUERN)----------------MENSCHEN mit herabgesetztem Immunsystem(CHEMO ;HIV) auch Kleinkinder sind gefährdet,von dem Erreger angesteckt zu werden.Grüße Uwe

  • E.c. heisst Encephalitozoon cuniculi und ist ein Einzeller (Protozoe), der Krankheitssymptome wie Kopfschiefhaltung, Schwäche der Hinterhand und Nierenprobleme auslöst. Ähnliche Symptome können auch durch Pasteurellen(Schnupfenbakterien), Schlaganfall, Tumoren, Abszesse ausgelöst werden. Dort sind dann andere Therapien gefragt. Aber eigentlich sollte E.c NUR für die Krankheit gebraucht werden, die von diesem Einzeller Encephalitozoon cuniculi ausgelöst wird. Leider wird da vieles mit ähnlichen Symptomen in einen Topf geworfen....
    Wenn Encephalitozoon cuniculi der Auslöser ist, gibt man ein Wurmmittel (Fenbendazol) über längere Zeit. Ich habe es rund 7 Wochen verabreicht. Die ersten 3 Tage mit hochdosiertem Vitamin B vom Tierarzt ergänzt. Dann gab es täglich Johanniskrautzubereitung, um das Nervensystem zu stärken und Animastrath, das ist ein Stärkungsmittel aus Kräutern und Hefe, das ebenfalls viel Vit. B enthält. 2 Tage vor dem Absetzen des Wurmmittels habe ich mit Cistrosentee begonnen. Cistrose wirkt gegen Viren, Pilze, Bakterien und auch Einzeller, stärkt darüber hinaus das Immunsystem. Iwan (so heisst der Rammler) ist wieder munter, frisst wie eh und je, steht am Gitter empor, wenn er mich sieht (hat also kaum mehr Gleichgewichtsstörungen), hält den Kopf aber noch leicht schräg. Das kann noch ein paar Wochen dauern bis das hoffentlich auch wieder in Ordnung kommt.


    In unserem Haushalt leben weder Kleinkinder, noch Menschen mit Immunschwäche. Bei kranken Tieren werden eh bestimmte Verhaltensregeln eingehalten.

  • Ja,wünsche Iwan und anderen(Kaninchen von der Krankheit betroffen), viel Glück und weiterhin Gesundheit,und hoffe auf Züchter,die weiterhin mit Fingerspitzengefühl( und auch mit vergleichbaren Symptomen wie Enzephalitozoon cuniculi ) Tiergerecht;-ein anderes Wort ist mir nicht in den Sinn gekommen-handeln.Grüße Uwe

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