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  • Hatte dieses Jahr zwei Rammler bei denen jeweils nur ein Hoden vorhanden war. Ist mir erst aufgefallen als ich beide bei einer Tierbesprechung hatte.
    Der dort anwesende Preisrichter meinte ich müsse aufpassen den dies sei vererblich.
    Einer meiner Vereinskollegen behauptete wiederum das Gegenteil.


    Nun würde ich gerne wissen welcher der beiden nun Recht hat.


    Gruß Gabriel _thanks_

  • Kurz und fündig. Es ist nicht vererbbar im Sinne von der genetischen Anlage her.
    Allerdings kann es in manchen Zuchten vermehrt auftreten, dass ein Hoden nicht aus der Bauchhöhle "austritt".
    Dazu tragen möglicherweise andere externe Umgebungs-Faktoren bei.

  • Es ist nicht vererbbar im Sinne von der genetischen Anlage her.


    Damit meinst du wahrscheinlich dass die Nachkommen diesen Fehler nicht haben müssen, oder verstehe ich dich falsch?


    Das manche Tiere einen Hoden im Bauch behalten ist mir bekannt, nur war bei meinen gar kein Hodensack vorhanden.


    Gruß Gabriel

  • Hallo, die Anlagen für solche Fehlbildungen sind vererbbar.
    Last dir da nichts einreden, du wirst das nicht mehr los wenn du mit solchen Tieren züchtest.
    Es kann leicht sein, daß es Generationen überspringt, aber die Anlagen sind immer da.

  • Mich würde es auch wundern wenn so etwas nicht erblich bedingt sein soll...


    Ich würde dir auch Raten das Tier nicht zur Zucht einzusetzen. Die Elterntiere -insofern keine anderen Vorhanden- würde ich aber trotzdem Weiter zur Zucht einsetzen. Auch mit den Nachkommen -die dieses Problem nicht haben- kannst du ruhig ein paar Probewürfe machen. Dann wirst du ja sehen, wer wie was vererbt ;)


    Jedoch solltest du in Zukunft deinen Nachwuchs besonders unter Beobachtung haben, damit dir dieses Problem rechtzeitig auffällt ;)

  • Jan, da widerspricht du dir doch selber. Die Eltern tragen das doch verdeckt und geben es immer weiter.
    Da hilft nur die Linie komplett aus der Zucht nehmen. Klar ist eine harte Entscheidung, nur wenn du bei jedem Wurf Angst haben musst ob gutgegangen ist, ist doch Mist.

  • Ein Widerspruch ist das nicht unbedingt.


    Ich würde es eher als "Verdrängungszucht" bezeichnen.... Wer sagt dir denn das die nächsten gekauften Tiere dieses Problem nicht haben?
    Daher würde ich nur mit den Tieren weiter züchten die dieses Problem nicht haben. Auch würde sich hier eine engere Verpaarung (Mutter x Sohn/ Vater x Tochter) empfehlen um dieses Problem so ggf. auszumerzen...

  • Hallo, die Anlagen für solche
    Fehlbildungen sind vererbbar.
    Last dir da nichts einreden, du
    wirst das nicht mehr los wenn du mit solchen Tieren züchtest.
    Es
    kann leicht sein, daß es Generationen überspringt, aber die Anlagen
    sind immer da.



    Hallo Andy,


    will mal meine Erfahrungen mit dem
    Vererben von stecken gebliebenen Hoden und Zahnfehler berichten.
    In den 80er Jahren besuchte ich mit 3
    Zuchtkollegen eine Bezirksschau in Ansbach. Auf dieser stand ein 1.0
    Heller Großsilber, ein Prachtkerl von Kaninchen, leider mit nb
    bewertet.
    Das Kaninchen zeigte nur einen Hoden.
    Ein Zuchtkollege aus meinenem Verein,
    ein passionierter Heller Großsilberzüchter war von dem Kaninchen so
    begeistert, dass er trotz unserer Bedenken den Rammler für 80.00 DM
    kaufte und einsetzte.



    Als Zuchtwart und Tätowiermeister war
    ich stehts informiert über die von diesem Rammler gezogenen
    Kaninchen. Der Rammler war 5 Jahre im Einsatz und hatte zirka 550
    Jungtiere gezeugt.
    Davon waren gerantiert die Hälfte
    Rammler.
    Mit erstaunen konnte ich feststellen,
    dass trotz Rückpaarungen und enge Geschwisterpaarung nicht ein
    einziger Rammler mit fehlenden Hoden dabei war.
    Nach sechs Jahren starb der Rammler.
    Der Zuchtkollege öffnete das Tier und stellte fest, dass der zweite
    Hoden vorhanden war, aber kein Hodensack.



    Ich selbst züchte seit 1975
    Farbenzwerge russenfarbig.
    1983 hatte ich bei zwei Würfen mit
    insgesamt 9 Jungtieren 3 Tiere dabei mit Zahnfehler.
    Ein erfahrener Hermelinzüchter riet
    mir ab den Zuchtstamm auszumerzen. Er war der Meinung, dass bedingt
    durch die großen Köpfe bei der Geburt der Kiefer verschoben werden
    könnte.


    Nun machte ich den Versuch mit 1.1
    Tieren mit Zahnfehler und setzte diese zur Zucht ein.


    Alle 4 Wochen mußte ich die Zähne
    kürzen, nach einem Jahr wurde die Häsin zum Aufbeißer der Rammler
    blieb ein Überbeißer.


    Im ersten Zuchtjahr hatte ich 3 Würfe
    mit 13 Jungen, alle Tiere ohne Zahnfehler.
    Im zweiten, dritten und vierten Jahr insgesamt 10
    Würfe mit 43 Junge, wieder alle ohne Zahnfehler.
    Auch die Rückpaarungen mir verschiedenen Jungtieren auf die Mutter
    oder den Vater mit 38 Jungtieren in drei Jahren brachten keine Zahnfehler.
    Selbst die Geschwisterpaarungen mit 8
    Würfen und 26 Jungtieren in 2 Jahren waren ohne Zahnfehler.


    Dazu muß ich sagen dass, kein einziges
    Tier aus diesem Versuch in den Verkauf ging. Es gab aber viele Braten.




    Seitdem bin ich was Erbfehler betrift
    sehr skeptisch und vorsichtig.


    Gruß
    Siegfried

  • Hallo Siegfried
    Deine Erfahrungen sind höchst interessant. Ich kenne ehrlich gesagt niemanden persönlich, der solche Erfahrungen gesammelt hat. Ich kenne Erbfehler aus den Büchern und was mir erzählt worden ist. Da steht eigentlich genau das Gegenteil von deinen Erfahrungen drin. :rolleyes:
    Gruß
    Franz

  • Ich hatte auch schon aus vollkommen gesunden Eltern Tiere mit nur einem Hoden gehabt. Aus ingesamt 30 Jungtieren waren 3 Stück dabei. Es viel eigentlich nur auf, da sie nicht dem tyo entsprechen und der Tierarzt sie kastriert hat. Dabei viel auf, dass nur 1 Hoden abgestiegen war, der zweite ist aufgrund eines zu engen Leistenkanals nicht absteigen konnten.

  • Ausnahmen bestätigen die Regel.


    Nur wäre ich da vorsichtig dies zu verallgemeinern.
    In der Fachliteratur kann man dazu genug nachlesen.


    Noch schlimmer, du schreibst du hast alle Nachzucht verwertet, aber andere?
    Es gibt genügend die ihre Tiere ohne Skrupel verkaufen und der Käufer hat das Nachsehen.
    Es sollen gesunde und dem Standard nahe kommende Tiere verkauft werden, nur so.

  • Nur wäre ich da vorsichtig dies zu verallgemeinern.


    In der Fachliteratur kann man dazu genug nachlesen.


    Hallo Andi.


    ich will das gar nicht verallgemeinern, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Leider sieht man es den Kaninchen nicht an, ob sie genetisch gesund sind.


    Habe das schon selbst schmerzlich erfahren müssen.
    Hatte 1.1 Farbenzwerge russenf. mit 97 Pkt. bewertet für viel Geld erworben.
    Aus 2 Würfen 8 Jungtiere, davon 7 Überbeiser.
    Oder 1.1 Farbenzwerge perlfeh hochbewertet, 3 Würfe 14 Jungtiere, alle weiß mit roten Augen.
    Waren teuerer Braten.


    Die Gefahr solche Tiere zu erwerben ist immer da, und oft weis es der Züchter selbst gar nicht.



    Gruß
    Siegfried

  • Guten Morgen,


    die von Euch beschriebenen Fehler sind wie alles sicher vererbbar, allerdings sind anatomische Merkmale nicht wie farben nur an wenige Gene gekoppelt, dafür bedarf es tausende....


    ...und genau hier liegt auch der Unterschied:


    Wenn Fehlmerkmale nicht bei einem ganzen Wurf auftreten, bedeutet dies, dass sie nicht dominant vererbt werden und somit in den Bereich der "Anlagen" fallen, ein rießiger Teich mit allen Möglichkeiten.


    D.h., ich kann die Erfahrungen von Siegfried nur unterstreichen, ein Blick in die natur zeigt uns auch deren Richtigkeit.


    Alles, was in der Natur zur "Lebensuntüchtigkeit" beiträgt, eliminiert sich selbst bzw. wird aus der Vererbung ausgeschlossen.


    Alles, was nur punktuell auftritt, bleibt im Erbgut vorhanden und eliminiert sich punktuell. Z.B. gibt es in der Natur keine Zahnmißbildungen, die Tiere sterben bereits vor der Reproduktionsphase wegen Ernährungsmangel sehr früh weg und können somit die "Anlagen" nicht vererben.


    Wer die Möglichkeit hat, mit gesunden fehlerfreien Tieren zu züchten, wird dies tun, wer gesunde nicht ganz fehlerfreie Tiere zur Zucht einsetzten muss wird garantiert sehr genau auf die Entwicklung achten...


    Dass man Tiere aus nicht einwandfreien Linien nicht verkauft brauchen wir wohl nicht zu diskutieren...


    mfg Peter

  • Siegfried, so war es auch gemeint.
    Das sollte nichts runterspielen.


    Peter, leider zeigt sich oft das es nicht so ist. Vielen ist es wichtiger Geld zu machen, ohne Gewissen.

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